Versya

Mein schräges Leben

Von hart zu weich

Junior hat bereits im Oktober seine SMC 690 bekommen, seit dem wartet die Husaberg FE 350 darauf zurück gebaut zu werden.

An diesem WE war es endlich so weit und der Umbau ist in 4 Stunden  weitgehend problemlos erledigt gewesen.

 

Alle Teile für den Umbau waren auch noch da (ein Wunder!  😉  ) , nur die Mutter der Hinterrad Achse war beim Ausbau ein wenig bockig.

 

Alleine im Gelände fahren macht bei diesem Wetter wenig Spass.

Mit einer gegenseitigen Motivation (Junior, und ich) und noch wichtiger,  ein em Begleiter  im Fall des Falles  funktioniert es einfach besser und ist auch sicherer.

So, der Gatsch kann kommen!  😉

 

 

 

Kalt (5°), Nebel, Grüne Verkehrspolitik – Spass!

Es wird langsam kalt, und so habe ich mir heute ein lang vermisstes Teil für meinen Helm besorgt.
Das Kinnteil habe ich im Sommer abmontiert und jetzt finde ich es einfach nicht mehr :-/
Aber mittlerweile zieht es mir einfach zuviel ins Gesicht  😉

 

Und, da mir trotzdem noch kalt war und ich mich sowieso schon länger über die dämliche Verkehrsberuhigung der Grünen im 2. Bezirk aufrege,
und ich irgendeine Aktion setzen wollte, habe ich mir einfach einen ganz speziellen Aufwärmparcours gesucht:   🙂

Ankunftstag in Jäneda, Wima Rally 2017 Estland

Jubel, Trubel, Heiterkeit!

Heute ist der letzte Tag der Anreise! Heute Nachmittag sind wir schon in Jäneda und zelebrieren die WIMA Rally 2017 für die nächsten 5 Tage.

Im Gästehaus: http://www.janedaturism.ee/en        und rund um das Schloss

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4neda

Die bisherige Anreise war spannend, interessant, abwechslungsreich und von vielen wunderbaren Eindrücken begleitet. Eigentlich ist es fast unmöglich, dass unsere Estnischen Wima’s das mit der Rally noch weiter toppen können.

Wir genießen den frühen Morgen und essen uns beim Frühstück noch einmal so richtig an, denn es wird ein langer Tag.
Die erste Hälfte der nächsten 320 km führen uns an der Küste entlang, die weitere Hälfte führt uns dann ab Pärnu in das Landesinnere hinein.

Unerwartet lange dauert es, bis wir die Grenze zu Estland, knapp vor Pärnu, erreichen.

Davor durchfahren wir noch in Salacgrīva die Ausläufer des Positivus Festivals,mit seinen kilometerlangen Campingplätzen entlang der Straße. Die Festivalbühne selbst, ist ein wenig in den Wald hinein versetzt.

Der Menschenauflauf ist riesig, der letzte Tag dieses 3-tägigen Open Air Events zieht offensichtlich noch viele Zuhörer an.

In mittlerweile guter Tradition gibt es wieder ein gelungenes Foto an der Grenzstelle, die gerade im Umbau ist, aber mit drei Motorrädern findet frau auch mitten im Chaos einen ruhigen Platz.
Wir verlassen kurz die Bundesstraße um in Pärnu eine Estnische Fahne zu besorgen, damit wir bei der Einfahrt nach Jäneda entsprechend geschmückte Motorräder haben (unsere Fahnen haben wir ja mitgebracht)

In unsere Haare haben wir schon am Morgen die blauen, schwarzen und weißen Wollzöpfe eingeflochten.
Die Farben Blau=Treue und Vertrauen, Schwarz=die Ahnen und die Vergangenheit, Weiß=Schnee und Zukunft die durch die Estnische Fahne symbolisiert werden sollen, werden so von uns bereits mitgetragen.

Leider gibt es in Pärnu keinen Souvenir Shop, oder ähnliches, und so brechen wir, unverrichteter Dinge, kurz darauf auf ins Landesinnere.
Der Verkehr wird weniger und beschränkt sich auf einzelne Autos und LKW’s die schon bald wieder aus dem Sichtfeld verschwinden.

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Bei einer Baustellen Ampel werden wir angehalten und beobachten einen LKW, der  die aufgerissene Straße vor uns mit reichlich Wasser staubfrei hält.
Nach einer Weile wird die Ampel auf Grün geschalten und los geht es.
Habe ich schon erwähnt, dass die Versys im Stehen angenehm zu fahren ist? Mit flotter Geschwindigkeit geht es auf den nächsten Kilometern weiter nach Osten, irgendwann überhole ich auf der Strecke auch noch den Wasser verteilenden LKW, aber eigentlich ist es zu spät, die Versys ist bis hinauf zum Sitz bereits voller Schlammspritzer.

Naja, es regnet sowieso bald wieder  😉 Dann am besten noch eine Panier aus Staub dazu, dann fällt das meiste von alleine ab.  🙂 Und so geht es im flotten Tempo einfach weiter die Schotterstrecke entlang. Ab und zu kommt ein Auto, Bus oder LKW entgegen, anscheinend haben die Ampeln auch nur einen symbolischen Wert? Aber als Österreicherin ist frau gewohnt, flexibel mit kulturellen Eigenheiten umzugehen, daher werden wir das zukünftig einfach auch so machen  😉

Irgendwann geht auch diese endlos lange Baustelle zu Ende und ich steige im Schatten eines kleinen Obstbaums ab, um mir eine rein symbolische Zigarette anzuzünden.
In Summe werden es wohl 2 Zigaretten, bis unsere kleine Gruppe wieder beisammen ist. 😉

Aber die Ruhe im Schatten war angenehm, und so machen wir alle eine kurze Pause und bewundern unsere wunderschön mit Dreck und Staub bedeckten Motorrädern.
Das Negative:  Sauber ist anders.  Das Positive: Die Motorräder schauen aus, als ob wir die Hälfte der Anreise auf Schotterstrecken zurückgelegt hätten. D.h. wir sind jetzt richtige Abenteuermotorradfahrerinnen! 😉

Wir setzen kurz darauf unsere Fahrt wieder fort, und dass, das bis jetzt nicht passiert ist, passiert ab sofort laufend: Wir stoßen auf Wima Gruppen, bei Tankstellen, bei Cafehäusern, oder vor Lokalen an denen wir vorbei fahren.

Die meisten sind aus D, aber auch Briten und Polen sind dabei. Kurz stoppen auch wir zum Tanken, aber es drängt uns weiter, nach so langer Fahrt wollen wir auch endlich ankommen.

Es dauert noch relativ lange bis kurz nach Aravete das erste Mal Jäneda angeschrieben ist. Die Richtung stimmt, der Weg ist frei, also ab ins Finale!

Wir montieren am Straßenrand unsere mitgebrachten Österreich Fahnen an den Motorrädern und freuen uns auf den Zieleinlauf nach ca. 2750 km an erlebnis- und abwechslungsreicher Fahrt.

Ca. 12 km vor Jäneda verlassen wir die Hauptstraße und biegen bei Käravete (hmm, der Name kommt mir bekannt vor?)  nach Norden ab, die Spannung steigt. Die Bilder des Herrensitzes waren bereits sehr einladend, jetzt wird er für die nächsten 5 Tage ein Frauensitz.  😉 Ein klassisch estnisches Gut, so wie viele, die wir bereits auf unserem bisherigen Weg entlang der Straßen gesehen haben, dass liebevoll in Stand gesetzt wurde und von Seen und Wiesen umgeben ist.

Nach wenigen Minuten das Ortsschild, und an der ersten Kreuzung ein erstes dezentes Hinweisschild „Wima“, das uns auf den letzten 200m bis zum Parkplatz vorm Gästehaus begleitet.

Dort parken wir uns in der ersten Reihe, schnappen uns die ersten Gepäckstücke und marschieren zur Rezeption, wo wir von den Wimas aus Estonia mit „Tere!“ in Empfang genommen werden.

Diese Begrüßung hat so etwas von Benjamin Blümchen, aber auch andere Worte wie Aithä (danke), klingen für unsere Ohren zuerst nach etwas anderem. Aber mehr dazu am nächsten   Abend, auch wenn wir das noch nicht wissen.

Zuerst werden die Formalitäten erledigt und dann geht es mit unserem Willkommens-Goody-Bag zum Zimmer.
Der Blick aus dem Fenster zeigt Richtung Campingwiese, wo auch gerade die ersten Zelte aufgebaut werden.

Zuerst ein wenig Ballast in Form von Gewand und Helm im Zimmer abgeworfen und dann zurück zum Motorrad, um die restlichen Taschen und Koffer aufs Zimmer zu holen.
Während die anderen sich am Gelände umsehen, nutze ich die frühe Ankunft dazu, ein wenig auf Svenjas Pfaden zu wandern.

 

Es gab es ein Stück Schotterstraße ca. 10km südlich von hier, auf dem auch Svenja auf ihrer Tour vorbei gekommen ist. Genau handelt es sich um den Abschnitt Albu – Paunküla , der irgendwie über Napu führt, mehr konnte ich aus den Karten nicht erkennen. Die Gegend besteht dort aus Wald und Moore, und die falschen Wege enden immer irgendwo im Nirgendwo. Aber wo eine KLX durchkommt, das schaffe ich mit einer Versys und Straßenreifen auch  😉

Natürlich ist es dann nicht so schlimm, bis auf ein paar tiefere Passagen mit feuchtem Untergrund ist es ein wunderbarer Weg. Es geht zuerst mehrheitlich über Wiesen, dann durch Waldstücke, bei Napu wieder über eine Wiese, um dann wieder in Wald und Moore überzugehen.

Dennoch bin ich froh, dass ich das Gepäck entfernt habe, die Strecke ist nur 1 spurig, und es gibt erstaunlicherweise doch 2 mal ein Auto, dass mir entgegen kommt.


In dem Gewirr von Wegen versuche ich am rechten Weg zu bleiben und schaffe tatsächlich, ohne mich ein einziges Mal zu verfahren, die 30km bis zum Paunküla Stausee.

Die Sonne scheint, es sind viele Leute am „Strand“ und im Wasser. Naturgemäß werde ich mit der Versys und der Motorrad Montur wie eine Außerirdische angestarrt. Irgendwie kann ich es ihnen auch nicht verübeln.  🙂

Also, nur ein kurzer Fotostop und weiter geht es, am Campingplatz vorbei, nach Norden weiter über Schotter und dann über die neu asphaltierte 207 und weiter über die 125 im, zugegebenermaßen, sehr flotten Tempo zurück nach Jäneda.

Nach dieser kleinen (80km) Spritztour, die noch viel mehr Lust auf mehr gemacht hat, komme ich ins Quartier zurück.

Jetzt heißt es sich noch schnell hübsch zu machen (Moto Gewand vom Leib reißen, Duschen und normales Gewand anziehen) und zum „Black Stallion Stable“ wandern, der ca. 200m vom Gästehaus entfernt ist.
Hier gibt es das Essen und auch die jeweiligen Abendveranstaltungen lt. Programm finden hier statt.

Hoffentlich regnet es nicht zu oft, sonst wird das Ganze bei den erwarteten Durchschittstemperaturen von 14-20 Grad eine feucht kühle Angelegenheit.

Im „Stall“ angekommen treffe ich die fröhliche, aber auch ausgehungerte Schar der bereits angekommen Wimas. Irgendwie muss sich das mit der Bedienung und Kocherei wohl noch einspielen.

Wir vertreiben uns die Zeit mit einer improvisierten Band aus allen Frauen Länder und haben unseren Spaß. Als das Essen schlussendlich doch kommt (da wird es wohl fast 22 Uhr sein) ist es sehr gut, immerhin. Wollen wir hoffen, dass morgen, wenn alle Wimas da sind, alles schon runder läuft.

Da es diesmal viel zu spät wird, bleibt keine Zeit für das Tagebuch.

Am Nachhauseweg, um 23:00 Uhr

Da morgen noch der offizielle Ankunftstag ist, und das Programm erst am Abend startet, muss ich noch eine Ausfahrt für morgen fertig planen, ich hab da so ein paar Ideen.  😉

 

Riga, Anreise Wima Rally 2017, Tag 7

Wir sind diesmal sehr spät aufgestanden, vielleicht war es gestern doch ein wenig zu spät? Zuerst die lange Fahrt, Schlossbesuche, Tour in die Altstadt. Manchmal will ich wohl einfach zu viel.  😉

Erst um ca. 7:00 haben wir zum ersten Mal die Beine aus dem Bett gehievt. Danach haben wir in aller Ruhe dem – wieder einmal – üppigen Frühstücksbuffet zugesprochen.
Lustig war, dass am Nachbartisch Österreicher aus einer Busgruppe ebenfalls vor Ort waren, darunter auch ein Motorradfahrer.
Er hat uns doch wirklich gefragt, warum wir gerade hierher fahren, wo es doch so flach ist?
Also das Flach war bisher nicht so schlecht. Und Land und Leute haben das nochmals augepeppt.
Und, nur gerade – wie befürchtet – waren die Straßen ebenfalls nicht. 😉

Nach diesem kurzen Gespräch machten wir uns schnell ausgeh fertig – mit unserer eingeschränkten Garderobe ist es auch gar nicht so schwer ein passendes Outfit zu finden  😉 – und brechen erneut in die Innenstadt auf.
Die Reiseführer haben wir schon vorab zu Hause, und am Vortag, ausgiebig gewälzt und daher wissen wir genau, wohin wir heute überall hin wollen.
Im Prinzip ist die gesamte Altstadt unser Ziel.  🙂
Auf Grund der Sowjet Besetzung, so sehr sie für die Letten  bedauerlich und mit viel Leiden einher gegangen ist, ist die Bausubstanz der Altstadt nach den vielen Renovierungen in einem einzigartigen Zustand und wunderhübsch anzusehen.


Als markanter Punkt bietet sich zum Start der wieder errichtete Petri Dom an.
Er wurde im 2. Weltkrieg zerstört und erst mit dem Ende der Sowjet Ära konnte er wieder restauriert werden.
Es gibt keinen Aufstieg sondern nur einen einzigen Aufzug, der wohl auch aus der Sowjet Ära ist.
Vollgestopft wie Sardinen bewegt er sich mit uns ganz langsam zwischen Oberstock der Kirche hinauf auf den Turm.


Der Rundgang am Turm ist ebenfalls sehr eng, aber es reicht, um sich einen schnellen Überblick von Riga zu machen.

 

 

 

Die alten Gildehäuser sind ebenfalls großartig und die davor musizierende  Dixieband  (Hot Express) ist noch mehr stimulierend.
Ihre Musik läßt uns gerne eine Weile vor Ort bleiben. Su und ich kaufen sogar eine CD von  ihnen. Ein Hörbeispiel gibt es hier :

Es ist richtig warm und wir flüchten uns in eine Konditorei um ein wenig Flüssigkeit zu tanken, und unsere müden Füße auszuruhen.
Das langsame Schlendern über die Pflastersteine ist ungewohnt und erfordert eine laufende Konzentration, um nicht zu stolpern.
Im Laufe des Tages durchlaufen wir die gesamte Altstadt und noch ein wenig mehr.
Viele kleine Gassen und alte Gebäude, alle liebevoll restauriert, laden zum Fotografieren und Verweilen ein.

 

 

Die Haarband Einflechter in Krynica Morska sind uns noch in guter Erinnerung und so starten wir nebenbei die Suche nach blau, schwarz und weisen Bändern, die wir uns in die Haare flechten wollen, um standesgemäß in Estland einzureisen.
In einem Wollladen, der geradezu mit Wolle übergeht werden wir fündig und decken uns mit Wollknäuel und ein paar Wollaccessoires ein.
Am Rückweg stoppen wir noch kurz am Hauptbahnhof und dem dazu gehörigen Shopping Center und decken uns für morgen mit Wasser und Proviant ein.
Als wir zum Hotel zurückkommen, ist der prominente Parkplatz direkt vor der Haupteingangstüre frei, daher stellen wir unsere Motorräder um, um morgen schneller am Weg zu sein.
Um ca. 20 Uhr brechen wir nochmals in die Altstadt auf um wieder in das Steik Haoss einzufallen. Es war gestern einfach so gut, dass wir erst gar nicht nach einer Alternative suchen

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Danach schlendern wir nochmals durch die wunderbar beleuchteten Gassen.
und immer noch sind Menschenmassen unterwegs.
Der krönende Abschluss ist dann eine russische Motorradgang, so richtig allen Klischees von Russisch und Gang entsprechend.
Müde, aber doch ein wenig früher als gestern kommen wir endgültig ins Hotel zurück.

Und kein Regen! Und auch für morgen ist gutes Wetter für den letzten Abschnitt der Anreise vorausgesagt!

Long Way Kurdistan

Ich habe mir jetzt den Trailer angeschaut, und viele Erinnerungen an die beiden Long Way Serien sind wach geworden. Auch wenn in diesem  Film  Charley und Ewan  wohl abgehen werden.

Warte jetzt sehnsüchtig auf das Video.

 

Saison Finale (nicht meins)

Letzte Woche war die allgemeine Wettersituation eher schlecht mit 9° und Hochnebel auch die Straßen leicht feucht. Und dann die vielen Blätter auf der Straße? Nicht unbedingt sehr einladende Verhältnisse. Es war damit  klar,   dass die Wima Saisonfinale  Ausfahrt um eine Woche verschoben wurde.

Und diese Entscheidung stellte sich als goldrichtig heraus.  Wir fuhren direkt in den Indian Summer der Buckligen Welt.

In der Früh hatte es ebenfalls noch lauschige 9°, aber im Laufe des Tages wurde es dank der Sonne doch bis zu 21° warm.

Der Himmel war strahlend blau, die Bäume rot, grün, golden und die Felder dazwischen füllten die Farbskala aus.  Ein wunderbares Farbenspiel für die Augen.

Und, weil das nicht genug war hatten wir Asphalt und auch ein wenig Schotter unter den Reifen, der uns von Kurve zu Kurve, und von Hügel zu Hügel trug.

Es war einfach fantastisch durch die Gegend zu wedeln  und dabei so viel Spass zu haben.

Einfach geil! Mehr gibt es dazu wirklich nicht zu sagen.  🙂

 

 

 

 

Kreuz und Quer nach und durch Lettland, Anreise Wima Rally, Tag 6

Der Tag startet mit Frühstück am Balkon, die Alternative: Im Hotel zugeordneten Restaurant zu frühstücken war im Vergleich dazu nicht so verlockend, trotz Gutschein.
Die Auswahl ist reichlich und reicht für uns alle und ein kleiner Rest wird in die Topcase Bar von Su verfrachtet, quasi als taktische Reserve für den Tag.   😉

Wir genießen den ruhigen und stressfreien Start in den Tag, langsam schaffen wir es uns an die Gegend anzupassen und unser hektisches Alltagsleben komplett hinter uns zu lassen. Ähnlich wie beim Pilgern ist die „Monotonie“ des Tagesablaufs sehr meditativ und schafft eine ganz eigene Atmosphäre.
Somit starten wir den Tag auch ganz easy, indem wir die Gepäckstücke gleich über die Balkonbrüstung zu den Motorrädern werfen und damit die Schlepperei rund um den Block dramatisch verkürzen und da das „Aufpacken“ mittlerweile schon Routine ist sind wir trotz aller Ruhe ganz schnell auf Achse.
Die Sonne scheint, trotzdem ist es recht frisch (17°) und wir sind froh, dass wir noch ein paar Schichten unter der Motorrad Montur an haben.  Kurz treffen wir auf extrem niedrige „Wolken“? die manchmal in Griffweite dahinschweben, und sich manchmal wie Nebel über die Landschaft legen.

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Im Schatten ist es nochmal empfindlich kühler, so halten wir nochmal, um unsere Schichten nochmals zu erhöhen.

So fahren wir durch leicht hügeliges Gelände in Richtung Siauliai und dann ein kurzes Stück nach Norden auf der A12, um doch gleich wieder nach rechts abzubiegen. So schnell haben wir Kryziu Kalnas, den Berg der Kreuze erreicht.

Der Parkplatz ist fast voll und die ersten Busse treffen auch schon ein daher lassen wir die Souvenierläden fürs Erste mal links (also eigentlich rechts) liegen und entern das WC – das erste und letzte Mal auf unserer Fahrt, wo es tatsächlich etwas kostet- ist dafür auch tip, top.  Das ist wirklich der einzige Punkt denn ich an männlichen Motorradfahrern beneide, Zip auf, Geschäft erledigen, weiter fahren. Nicht einmal eine Minute dauert das im Normalfall. Wir sind zu dritt und mit Aus- und Anziehen brauchen wir bei unseren Schichten

 

In Summe ca. 20 min duaert es, bis wir endlich zu Fuß die letzten 400m in Richtung der Kreuze gehen.
Trotzdem ist der Bus Mob immer noch hinter uns und so können wir beinahe ungestört die erste Runde auf den schmalen Wegen durch die enorme Anhäufung an Kreuzen wagen.
Es gibt große, kleine, alte, neue, Holz-, Stein- und Metallkreuze und all das zeigt, trotz der Masse, eine gewisse tiefe Spiritualität die hier in Litauen vorhanden ist, trotz, oder gerade wegen der Unterdrückung während der Sowjetzeit.

Wir sehen auch eine Familie (die trotz Verbot) ein neues Kreuz mittlerer Größe errichtet. Soweit ich das nachvollziehen kann ist es wohl einem Kind gewidmet, dass vor ca. 1 Monat gestorben ist.
Greepy. Ich distanziere mich räumlich vom Berg, um mit ein wenig Abstand das Ganze auf mich wirken zu lassen, aus der Nähe ist es einfach zu heftig.
Die Temperatur ist mittlerweile auf 25° gestiegen und so entledigen wir uns am Rückweg zu den Motorrädern unserer Schichten, um jetzt um einiges freier nach Norden, in Richtung Grenze, weiter zu fahren.
Vorher entern wir aber noch den Souvenir Shop und endlich gelingt es uns auch Aufnäher und Aufkleber von Litauen zu erwerben.

Auch diesmal stoppen wir am unbesetzten Grenzübergang, der ebenfalls malerisch in der Gegend liegt und mit seinen schattigen Sträuchern auch Schutz vor der warmen Sonne bietet.
In guter Tradition wird auch dieser Grenzübertritt für die Lieben zu Hause allumfassend dokumentiert, bevor wir uns weiter auf den Weg machen.

Und schon wieder biegen wir von der Direttissima nach Riga ab und fahren nach Osten, parallel zur Grenze, um uns das Schloss Rundäle näher anzuschauen.
Die Idee kam, zusammen mit der Burg Bauska von Renate, und der Besuch ist auf jeden Fall  den kleinen Umweg wert.
Die Schlossanlage von Rundäle ist ein klassisch barockes Sommerschloss mit Parkanlage. Little Schönbrunn sozusagen. Der kleine, aber feine Unterschied?
Elchgeweihe 😉 an der Wand des Hauptgangs.

Das Gelände ist sehr weitläufig, mit Parkanlagen und Cafes und wunderhübsch in Form gebracht. Die ganze Anlage zeigt das Bestreben verloren gegangene Werte der Vergangenheit wieder herzustellen und die wechselhafte Historie des Baltikums in die eigene Geschichte einzuarbeiten.

Während unserer Tour durch das Gelände dehnt sich im Norden eine große schwarze Wolke am Himmel zusammen. Wir kennen das Zeichen mittlerweile nur zu gut, das bedeutet Regengewand anziehen, oder so schnell als möglich einen Ausweichkurs fahren.

Wir entscheiden uns für das zweite und starten los in Richtung Bauska, um dort kurz innezuhalten und einen Blick auf die teilweise restaurierte Burg von Bauska zu werfen, bevor wir uns, zum letzten Mal für heute, auf unsere Motorräder schwingen, um in Richtung Riga einzuschwenken.

Diesmal lässt uns auch das Navi auf den letzten Kilometer nicht im Stich und so kommen wir am direkten Weg in unser Hotel Mercure Riga Centre, nahe dem Bahnhof und der Altstadt.

Ein Blick auf das Hotel und unsere Buchung lässt uns Zweifeln?

130,- € für drei Personen und 2 Nächte, inkl. Frühstück in diesem Luxuskasten?  Wahrscheinlich die Besenkammer am Dachboden und Matratzen am Boden?

Hmm, das erinnert mich an meine Hochzeitsnacht in Bergen, wo wir, klatschnass, auf Grund einer Fehlbuchung, gerade noch in eben solchem untergekommen sind?
Ok, Gedanke erst einmal verscheuchen, wir werden ja sehen.
Und was wir sehen ist ein riesiger Raum mit Blick auf den Platz vor uns, riesige Betten, ein Monster Bildschirm. Und, ein enorm großes Badezimmer, das wir gleich nach dem Duschen in eine  Waschküche verwandeln, mit kreuz und quer gespannten Wäscheleinen. Auf jeden Fall: So nobel schaut es danach nicht mehr aus. 😉

Danach ist kurz ein wenig Ruhe angesagt. Su näht ihre neuen Aufnäher auf die Kutte, Renate checked das Beistellbett und ich schreibe diese Zeilen.

Als die Haare wieder trocken sind brechen wir auf in die Altstadt. Da es sowieso erst um beinahe 24:00 dunkel wird, und wir morgen keinen Fahrtag haben – ja, wir haben unseren Jokertag noch vollständig und werden ihn daher für eine ausgiebige Riga Tour nutzen –  kann es diesmal ruhig ein wenig länger dauern…..  ha, ha, ha… .so als ob…  (aber das wollen wir ja gar nicht wissen).

Am Weg zur Altsatdt kommen wir am Hauptbahnhof (inkl. riesigem Einkaufscenter), dem Kanal (alter Stadtgraben) und der Nationaloper vorbei. Und machen Fotos einer historischen Straßenbahngarnitur die ihre Kreise zieht, bevor wir in die engen Gassen der Altstadt vordringen.

Es ist enorm viel los, alle Lokale sind bombenvoll. Wir beschließen, auf Grund der geilen Live Musik vor dem Lokal, das Steiku Haoss aufzusuchen.

Und der Name ist Programm und deshalb wird auch entsprechend zugeschlagen.

Ich fühle mich fast wie Svenja und habe natürlich ein…. Entrecote gewählt!

        

Es dauert eine Weile, das Lokal ist ebenfalls voll, aber unser Platz lässt uns die Musik gut hören

und wir sehen die Musiker die ganze Zeit in Aktion, daher kann keine Langeweile aufkommen. Erstaunlich viel Personal ist unterwegs. Diese Personalkosten könnte in Österreich niemand bezahlen, es scheint, Personal kostet, im Vergleich zu den gut situierten europäischen Preisen auf der Speisekarte, nichts.

Nach einer – längeren – Weile kommen die Steaks (upps Entrecote) und schmecken köstlich!
Die Stimmung ist gut, aber irgendwann (es wird jetzt richtig dunkel) zahlen wir bzw. lädt uns Renate aufs Essen ein, und brechen auf zurück ins Hotel.

Am Weg zurück überfallen wir noch kurz ein Souveniergeschäft damit wir auch Lettische Aufkleber und Aufnäher für die Sammlung haben, uns schauen auch noch eine Weile den Ruderbooten im Kanal zu, wie sie mit Laternen leise über das Wasser gleiten.

Ein wirklich stimmungsvoller Ausklang eines wunderbaren Tages.  (Und, kein einziger Regen!)

Unser erster Eindruck von Lettland ist  besser, als der erste Eindruck, den wir in Litauen hatten.  Sollte es auch hier ein Nord-Süd gefälle geben? In diesem Fall sind wir auf Estland nochmals mehr gespannt.

Die Gegend ist herrlich (wenn auch furchtbar flach), die Straßen mehrheitlich gut. Und der kulturelle Aufbruch im Land ist überall zu spüren. Und Riga?

Dazu erfahren wir demnächst mehr. Jokertag!!  🙂

 

Dünen

Ist es der späte Spaziergang gestern? Die Zeitumstellung?
Oder einfach das trübe Wetter draußen? Das Aufstehen fällt uns heute nicht leicht, außer natürlich Renate, sie ist natürlich schon lange wach, wie auch immer sie das macht.
Auch überraschend: Es gibt auch auf dieser Seite der Grenze ein üppiges Frühstück, also doch eher ein nördliches „Problem“ und nicht allein auf Polen beschränkt?

Stadtausfahrt Kaunas.

Aber umso besser, damit geht es gleich viel mehr gestärkt in den Tag.
Es ist zwar bewölkt, aber es regnet nicht. Daher beladen wir unsere Motorräder und beginnen mit unserer Fahrt durch das Nemunas (Memel) Tal in Richtung Westen.

Noch haben wir Kaunas nicht verlassen, und der Regen. Durch die Erfahrung der letzten Tage weiser geworden, stoppen wir sofort und ziehen uns das Regengewand über.

Eine weise Entscheidung, denn schon kurz darauf kommt das Wasser in einer Intensität herunter, die den gestrigen Regen noch in den Schatten stellt. Die Sicht reduziert sich auf ein paar Meter, aber Gott sei Dank ist so wenig Verkehr, dass wir einfach langsam weiterfahren.
Nach ca. ½ Stunde wird der Regen endlich schwächer und geht in einen gleichmäßigen Schnürlregen über.

Schade eigentlich, denn das Nemunas Tal ist

landschaftlich sehr schön und auch die Dörfer entlang der Strecke haben einen eigenen Flair. Nur Tankstellen sind eher rar. Wieder einmal.
So fahren wir ca. 2 Stunden bzw. ca. 150 km bis Pagegiai, , bis sich eine Milda Tankstelle als Retter in der Not vor uns an die Straße schmiegt.
Am Anfang ist der Laden mit uns 3 Mädls in „Marshmallow Kostüm“ vollkommen überfordert, aber in der nächsten halben Stunde ist die Tankstelle ein trockener Hort, mit heißen Getränken, Snacks und Ruhe.
Wir beobachten die Ortsansässigen wie sie mit ihren alten und neuen Fahrzeugen zur Tankstelle kommen, ein wenig tanken, aber viel mehr im Shop ausgeben. Auch das ist uns seit Polen aufgefallen, dass der Konsum an Lebensmitteln, Getränken und „Sonstigem“ im Normalfall die Kosten des Tankens bei weitem übersteigt. Shoppen auf der Tankstelle dürfte IN sein.

Für uns Hektiker: Tanken, rein in die Tankstelle zum Zahlen, raus, Aufsteigen, Abfahrt! – daher ein Albtraum wenn noch Waren nachgeholt werden, Speisen bestellt, etc… werden. Aber heute haben wir Zeit das in Ruhe zu betrachten und wir sehen, dass auch die Kommunikation zwischen Tankwart und Kunden, und auch zwischen den Kunden selbst ein wichtiger Bestandteil des Rituals ist. Irgendwie ist das hier die Informationsdrehscheibe von Pagegiai (zumindest für die Männer) und strahlt eine mächtige Ruhe aus.
Deshalb werden wir auch wie Alien gemustert, aber auch mit einem Lächeln begrüßt. Frauen auf Motorrädern dürften sich doch recht selten hierher verirrt haben, das wird mit einem anerkennenden Kopfnicken und hie und da auch mit Fragen gewürdigt.
Woher, wohin? Alleine? Das sind so die am häufigsten gestellten Fragen auf Englisch. Das Vokabular ist dürftig, bei uns in Litauisch, bei den Ansässigen in Englisch, daher ist ein großer Austausch fast nicht möglich, aber man versteht sich trotzdem- hoffen wir halt im Nachhinein 😉 .
Der Regen hört tatsächlich auf und so ziehen wir unsere Regenmontur wieder einmal aus
Die restliche Strecke nach Klaipėda ist abgesetzt vom Nemunas und daher nicht so reizvoll.  Ein wenig erinnert die Gegend an DayZ, falls das jemand kennt?
Auch zieht sich die Strecke unerwartet lange: Viele kleine Ortschaften, mehr Verkehr, der Rund um Klaipeda noch heftiger wird, und als besonderes Zuckerstück fällt prompt vor der richtigen Ausfahrt/Abfahrt zur Kurischen Nehrung mein Navi wieder aus. Fehler erkannt, und blauäugig in das Autogewimmel von Klaipedas gestürzt, und prompt beinahe in eine Sperrzone (Die Altstadt) eingefahren.
Danach haben wir uns in Ruhe einen schattigen Platz gesucht und doch das Navi wieder angeworfen, das uns natürlich am kürzesten Weg zum

 

Anlandeplatz der Fähre zur Nehrung gebracht hat.
Zusammen mit den anderen Pendlern und Touristen bezahlen wir unseren Obolus und werden auf die Fähre gequetscht. Am anderen Ufer erwartet uns eine Großbaustelle, durch die wir uns, auf dem ersten Kilometer, noch durchquälen. Um schlussendlich vor einem Maut Schranken zu enden, wo nochmals eine Gebühr von uns eingefordert wird, bevor wir unsere Fahrt auf der Nehrung fortsetzen dürfen. (In Summe keine gravierenden Beträge, es ist nur ein wenig umständlich immer das Geld hervor zu kramen)
Wir setzen unsere Fahrt fort und haben immer wieder einen Blick auf das Haff und dann, nach einem relativ hohen Dünenpass, auch immer wieder einen Schimmer von der Ostsee durch den Wald.
Da der Touristen Wohnanhänger vor uns sowieso nur stresst, stoppen wir auf der Strecke bei einer Fußgängerquerung (woher, wohin erschließt sich nicht gleich) und beschließen, dass wir jetzt das Meer suchen. Der Wald öffnet sich schnell und ein Treppelpfad zu den Uferdünen wird sichtbar, den wir einfach weiter folgen. Am Kamm angekommen bläst uns eine steife Brise ins Gesicht, der Wind kann was!
Im Gegensatz zu Krynica Morska besteht kein Bedarf sich zu entblättern, das Motorrad Gewand passt recht gut zu Temperatur und Wind und so marschieren wir die steile Treppe zum Strand hinunter um wieder ein paar Fotos zu machen. Sandstrand soweit das Auge reicht, wunderbare Blumen und Gewächse auf den Dünen und weit und breit (außer uns) kein Mensch! Herrlich.
Wir genießen den Ausblick auf die hohen Wellen und das Brausen des Winds. Aber wir haben noch einen Teil Wegstrecke vor uns und so brechen wir nach ca. 30 min wieder auf, um weiter bis zur Russischen Grenze zu fahren. Damit haben wir die Enklave Kaliningrad erfolgreich umrundet!

Natürlich werden entsprechende Erinnerungsfotos geschossen und dann beginnen wir mit der Fahrt zurück. Eigentlich wäre auch das Besteigen einer Düne geplant gewesen, aber es gibt keine Parkplätze für Motorräder und alle Autoparkplätze sind Kosten pflichtig. Dafür, dass wir zu Fuß eine Düne erklettern (max. 53m!) ok, nein danke.
Su sucht noch Souvenirs in Nida, aber auch dort ist kein Platz für Motorräder vorhanden. Wir parken daher notdürftig an einer Parkbucht und warten auf Su. Kurz sehen wir auch andere Motorradfahrerinnen, aber irgendwie entschwinden sie in einem Geschäft unserem Blickfeld, waren das vielleicht auch Wimas?

Der Tag ist mittlerweile schon recht weit fortgeschritten und wir haben noch die Fahrt nach Palanga am Programm. Klaipeda war mehr oder weniger ausgebucht und daher ist es einfach der nächste Küstenort für heute Nacht geworden.
Aber zuerst müssen wir die Halbinsel zurück zur Fähre und da haben wir eine böse Überraschung: Vor der Fähre hat sich ein ca. 1 km langer Rückstau gebildet, und laufend fahren noch dazu Stammkunden (Jahreskartenbesitzer) auf einer „fast lane“ an uns vorbei nach vorne. Die Versuchung ist groß einfach auch nach vorne zu fahren. Aber der Hass aller Autofahrer in der Schlange wäre wahrscheinlich enorm, was tut frau nicht alles, um den Ruf der Motorradfahrer nicht weiter zu schädigen? Da wir zu dritt sind, haben wir wenigstens die Möglichkeit miteinander zu plaudern, aber auch so dauert es eine halbe Ewigkeit bis wir endlich auf der Fähre sind.
Da wir jetzt so richtig Zeit verloren haben fahren wir das letzte Stück auf der Schnellstraße bis Palanga.
Das Hotel Tauras ist schnell gefunden. Wir haben diesmal ein Zimmer im Erdgeschoss, wieder mit Blick auf den Parkplatz. Da wir auch einen Balkon haben, beschließen wir, diesmal einkaufen zu gehen und direkt am Balkon zu speisen.
Im nahen Supermarkt ist vor allem die Wand aus alkoholischen Getränken beeindruckend, aber auch Wurst, Brot und Käse ist in vielen Varianten zu finden und damit decken wir uns ein und kehren in das Hotel zurück.
Wir machen es uns am Balkon gemütlich und genießen die vielen köstlichen Lebensmittel, die wir eingekauft haben.
Danach sind wir rundum satt. Als wir die Betten checken fällt uns auf, dass eines davon entsetzlich knarrt. Da das Appartement aus zwei getrennten Räumen und Doppelbetten besteht, tauschen wir die Betten, denn bei einer Person ist das Knarren beinahe nicht existent.
Da der Tag trotzdem noch lang ist, gehen wir das Meer suchen. Die ungefähre Richtung wissen wir ja. Glücklicherweise finden wir eine Art Corso, der mit Lokalen, Schaubuden, Souvenirläden und vielen Leuten gespickt ist. So wandern wir in Richtung Sonnenuntergang, und richtig, hinter einer letzten Anhöhe liegt wieder die Ostsee vor uns. Ein wenig freundlicher als am Nachmittag und mit einem Sonnenuntergang, der für uns Binnenländer wundervoll anzusehen ist.
Da die Brise immer noch sehr kühl ist, genießen wir die Atmosphäre kurz und ziehen uns danach ins Hotel zurück.

Morgen gibt es dann wieder einen Fixpunkt in unserer Planung.

Wetter: Heftiger Regen zu beginn, dann wolkig bis sonnig

Temperatur: 17°

Durchs wilde Masuristan, Anreise Wima Rally 2017, Tag 4

Masuren hat mich gestern schwer begeistert, die Landschaft und die kleinen Wege waren angenehm zu fahren. Zumindest bei Su und mir, da mit der Versys ein Fahren im Stehen sehr gut funktioniert. 🙂  Außerdem sieht frau gleich mehr von der Gegend , und die ist tatsächlich sehr reizvoll. Ein wenig erinnert sie an das Waldviertel, nur mit noch mehr Seen, alten Alleen und noch weniger Leuten.  Also in Summe fast gleich 😉
Renate ist mit der hart gefederten Duke und dem hartem Sitz da wohl ein wenig  anderer Meinung, und muss daher immer wieder ein wenig vom Gas gehen. Aber auch ihr hat die Gegend sehr gut gefallen.
Damit war es nach einer kurzen Abstimmungsrunde für uns klar, wir fahren nicht direkt von hier via Suwalki nach Litauen, sondern wir drehen eine Extrarunde.

Da gerade die großen Seen vor Gizycko durch den gestrigen Starkregen nur grau in grau zu sehen waren, haben wir beschlossen einfach eine Spirale zur Litauischen Grenze zu machen. Dadurch wird zwar der Weg nach Marijampole etwas länger als geplant, ist aber unter normalen Verhältnissen immer noch leicht zu schaffen.
Wir stehen daher zeitig auf und freuen uns über das schöne Wetter draußen, vielleicht wird es wieder ein warmer, sonniger Tag für uns?

Zuerst gibt es das Frühstück, das wieder einmal in Form eines riesigen Buffets im EG des Hotels vor uns ausgebreitet ist. Das dürfte wohl eine polnische Spezialität sein.
Diese überdimensionalen Buffets, mit Schwerpunkt deftig, sind eine wunderbare Gelegenheit sich für den ganzen Tag anzuessen.
Und so kommen wir immer mit einem kleinen Pausensnack am Weg über den Tag.

Das Personal des Hotels ist seit unserer Ankunft sehr freundlich und zuvorkommend. Umso irritierender ist es dann eine empörte deutsche Pensionistin bei der Rezeption zu hören, die sich lautstark darüber beschwert, dass ihre Handtücher von gestern Abend noch nicht getauscht sind. Und jetzt schon mit der Chefin sprechen will, die natürlich ihr deutsch nicht versteht 😉

Ich wundere mich, warum manche unserer lieben Sprachverwandten das noch immer nicht kapiert haben:
Deutsche Mentalität ist nur in Deutschland – und eventuell noch in den USA – existent. Alle anderen Länder haben eine nationale Kultur, die kompatibel sein kann, aber nicht muss.
Der schönste Satz ist immer: „Bei uns in Deutschland machen wir das so…/wäre das nicht möglich……“ omg,  warum fährt man/frau dann ins Ausland?

Aber zurück zu etwas erfreulicherem, unserer Tour.
Nach dem Frühstück verwandeln wir uns wieder in Motorradfahrerinnen, beladen unsere Motorräder und fahren aus den Hof hinaus, um von dort zuerst nach Süden in Richtung Orzysz zu fahren. So wie gestern, führt uns die kurvige Straße hügelauf und -ab durch die gemischte Landschaft aus Feldern, Wälder und Seen. Immer wieder können wir dabei einen Blick auf einen kleinen Teich erhaschen.

Danach umfahren wir den großen See im Süden (Sniardwy) auf den relativ kleinen Straßen, mit immer wieder auftauchenden Gutshöfen am Weg, und auch die alten Alleen sind wieder da. Dann geht es wieder nach Norden über Mikolajki nach Ryn, und weiter bis kurz vor Ketryzn.

Damit würde sich der Kreis mit unserer gestrigen Tour schließen. Wir aber fahren neugierig weiter nach Norden durch Wegorzewo. Wir hatten eigentlich gehofft, dass auch Bauten aus der Vergangenheit zu sehen wären, aber leider war die Stadt nur farblos und lag öde vor uns. Daher ging es gleich wieder weiter nach Goldap, das schon an der Grenze zur russ. Enklave Kaliningrad liegt.
Die Stadt ist wunderhübsch und liegt eingebettet in die Hügel der Landschaft.
Warum sind wir eigentlich gerade hier? Natürlich, zuallererst, weil wir zur Wima Rally nach Estland wollen, natürlich auch, weil wir mittlerweile so viele Ecken und Winkel wie möglich von Masuren kennen lernen wollen, aber auch, weil wir für uns – unplanmäßig –beschlossen haben, die Enklave möglichst nahe komplett zu umrunden.  Die Idee entstand eigentlich mit unserem “Ausflug” auf die polnische Nehrung. Da wir dort schon bis zum Anschlag gefahren sind, kam uns diese “verrückte” Idee. Einen Reservetag haben wir ja in Summe eingeplant, also warum nicht mit einer kleinen Herausforderung füllen?

Dazu gehört natürlich auch der Besuch des Dreiländereck Litauen, Polen und Kaliningrad und das liegt am Ende eines Naturparks (Krajobrazowy Puszczy Rominckie), der entlang der Grenze verläuft. Daher folgen wir nun der kleinen Landstraße durch den Naturpark entlang des Grenzgebiets zu Russland, um unerwartet, kurz vor Stańczyki, den imposanten Bahn-Viadukt auftauchen zu sehen. Da die Wettersituation mittlerweile wieder etwas launisch ausschaut, verzichten wir auf den Schlenker und betrachten ihn nur aus der Ferne, um gleich weiter zu fahren.

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Kaum sind wir aus dem Wald draußen taucht der hübsch hergerichtete Grenzstein vor uns auf.

Etliche Fahrzeuge parken auf den Abstellflächen vor Ort. Wie wollen lieber weiter und so setzen wir unsere Fahrt fort.
Ganz kleine Wege führen uns schließlich über einen unscheinbaren Grenzübergang nach Litauen. Allein das Grenzschild steht verlassen in der Gegend herum und so nutzen wir die Ruhe vor Ort um ein kleines Fotoshooting zu veranstalten. Damit haben wir das große Polen zuerst von Süd nach Nord und dann nach West durchquert. Bis zu unserer Heimreise sind wir jetzt ausschließlich im Baltikum unterwegs!
Die landschaftlichen Veränderungen der letzten Tage waren vielfältig, und wir sind gespannt, ob in Litauen nun wieder alles anders ist?

Vom Grenzübergang geht es weiter nach Norden in Richtung Vilkaviskis und von dort nach Marijampole, da Renates Duke wieder einen Tankstop dringend benötigt und bisher keine Tankstelle zu finden war. Ich habe zwar einen Tankschlauch mit, dass heißt wir könnten ihr jederzeit aus dem Versys Tank Benzinhilfe geben, aber auf fremden Territorium bevorzugen wir doch das rechtzeitige tanken. Und, die Pausen sind ebenfalls eine willkommene Abwechslung von unserem “Kilometer fressen”  😉
Die Suche nach Benzin führt uns beinahe wieder aus Marijampole hinaus, als wir endlich auf eine geräumige Tankstelle stoßen. Die Maschinen werden von uns aufgetankt und gerade, als wir sie auf die Seite schieben, damit wir auch in Ruhe eine kleine Snackpause machen können, bricht über uns unerwartet die Regenhölle herein. Schnell schieben wir die Maschinen zurück unter das Dach der Tankstelle und verziehen uns selbst in den Verkaufsraum, da der Wind den Regen nur so vor sich hertreibt.

Da wir sowieso Pause machen wollten, nutzen wir die Gelegenheit uns mit Kaffee, Kakao und div. Sandwiches ein wenig aufzufrischen und das schlimmste der Wetterfront abzuwarten, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

Der Regen kommt beharrlich in dichten Wellen und so bleibt uns nichts anderes übrig, als das wirklich schlimmste abzuwarten und uns dann, mit Regenkleidung geschützt, weiter auf unseren Weg nach Kaunas zu machen, wo wir uns gerade online ein nettes Hotelzimmer im Perkuno namai, oberhalb des Stadtzentrums gebucht haben.

Die kurze Fahrt nach Kaunas verläuft anfangs feucht, aber bald hört der Regen mit perfektem Timing auf und so können wir in Ruhe durch das städtische Verkehrschaos treiben, die Regenmontur trocknen und die Aussicht auf die alten Gebäude der Stadt nutzen.
Das Hotel liegt tatsächlich auf einem Berg, der das Stadtzentrum überblickt und hat einen wunderhübschen Garten, der in den Hang gebaut wurde.

Leider hat der Regen für eine massive Abkühlung gesorgt, so bleiben wir lieber im Restaurant und genießen den Ausklang des Tages.
Obwohl es langsam dunkel wird, möchte ich mir aber noch die Beine vertreten und Renate ebenfalls. Daher brechen wir, mit einer rudimentären Karte bewaffnet, auf, um das Stadtzentrum zu erkunden.

Zuerst geht es durch einen Park den Berg hinunter, und dann folgen wir der Fußgängerzone nach Westen.
Am Weg liegen viele interessante Gebäude und Lokale, doch Stück für Stück wird es schon dunkel und die Geschäfte haben zumeist schon zu.

In beinahe voller Dunkelheit kehren wir um und tasten uns im entrischen Dunklen über desolate Stiegen und Wege wieder den Berg hinauf, bis wir wieder auf die beleuchteten Straßen treffen.

Da wir unsere geplante Route – wieder – geändert haben, steht jetzt noch die Routenplanung für morgen auf dem Programm.
Das landschaftlich schöne Memel Tal und dann, falls noch Zeit ist, die Kurische Nehrung? Damit wird es Zeit schlafen zu gehen, denn morgen ist sicherlich wieder ein interessanter Tag.

Wetter:
Sonnig, dann Starkregen, dann wieder bewölkt,
Temperatur moderate 20-25°

Strecke: 385km     Fahrzeit: ca. 7Std

Morgen am Strand, Abend in Masuren, Anreise Wima Rally 2017, Tag 3

Um 8:30 Frühstück!

Diese Nachricht hat uns schon gestern erschüttert. Wie sollen wir denn den Tag nützen, wenn das Frühstück so spät beginnt?

Da wir uns mittlerweile an das frühe Aufstehen gewohnt haben, sind wir natürlich viel zu früh wach.

Ein kurzer Check genügt, um zu testen, ob unser Gewand trocken genug zum Einpacken ist und so verstauen wir alles nicht mehr benötigte in den Taschen.
Aber, da wir die nächsten Stunden! nicht mit Warten auf das Frühstück verbringen wollen, nutzen wir die Zeit bis dahin, um das alte Kahlberg und die Ostseeküste näher zu erkunden.

(In der Pension Lotus gab es am Gang auch viele schwarz weiß Fotos aus der Epoche vor dem 1. Weltkrieg)

Nur ein kleiner Anstieg vom Hotel ist nötig, um den Grat der Nehrung zu erreichen, und dort befindet sich der ursprüngliche Ortskern.

 

Seinen architektonischen Ursprung hat es definitiv in Deutschland. Verbliebene Häuser und das kleine Franziskanerkloster erinnern an diese Vergangenheit sehr nachdrücklich und versetzen uns in eine andere Zeit. Die nachfolgenden Epochen haben erst etwas außerhalb ihre Spuren hinterlassen und sind gemischt, was ihren Bauzustand und architektonische Qualität betrifft. 😉

 

Der alte Ortskern ist relativ klein und so führt uns der weitere Weg die Rampe hinunter zum Sandstrand der Ostseeküste der um diese Tageszeit beinahe leer und verlassen vor uns liegt. Nur ein paar Jogger sind außer uns noch unterwegs.
Der Sand ist noch kühl vom Regen und so ziehen wir uns die Schuhe aus, um ein Stück am Meer entlang zu schlendern. Dazwischen stoßen wir auf eine Sandburg mit Dimensionen, die ganze Personen verschlucken könnten. Renate verschwindet fast in den Mauern. Das Wasser fühlt sich frisch an und lädt so gar nicht zu einem tieferen Eintauchen ein. Dass wir aber trotz allem einen wunderbaren Tag an der Ostsee haben, merken wir erst bei unserer zweiten Begegnung, aber das wissen wir noch nicht.

 

Da Kahlberg (Krynica Morska) auch einen roten Leuchtturm als Wahrzeichen hat, machen wir uns auf die Suche nach ihm. Wir müssen eine Weile die Küstenlinie absuchen bis wir ihn hinter den Baumwipfeln ausmachen können.

Durch einen, größtenteils aus neuen Luxusappartements bestehenden, Ortsteil gehen wir wieder bergauf, und tatsächlich da steht er in seiner ganzen roten Pracht.

Leider ist der Zugang verschlossen, so können wir ihm nur am Fuss umrunden und uns die Aussicht von oben ausmalen. Daneben gibt es auf einer Tafel Erläuterungen zum Turm, aber leider nur auf Polnisch, und damit könnte er auch genauso gut in Keilschrift verfasst sein. Lesen können wir weder das Eine, noch das Andere.

 

Mittlerweile ist die Zeit schon so weit fortgeschritten, dass wir uns zurück auf den Weg in unsere Pension machen. Dort wartet auch bereits eine Gruppe deutscher Touristen auf den Einlass (der nur vom Garten her möglich ist, seltsame Konstruktion). Die Türe wird kurz darauf, von den beiden jungen Mädels von gestern, aufgesperrt und wir entdecken ein wahrhaft üppiges Frühstücksbuffet. Die Kritiken auf booking.com, die auf diesen Umstand hinweisen, haben nicht gelogen, omg! Gut, dass wir bereits unseren Appetit durch den Spaziergang angeregt haben, so können wir den vielen aufgetischten Köstlichkeiten hemmungslos zusprechen.

Später, ächzen wir uns die Stiegen hinauf zu unserem Zimmer, um uns in die – komischerweise irgendwie eng anfühlende – Motorrad Montur zu zwängen.

Das Beladen der Maschinen geht dafür umso zügiger von statten, langsam haben wir ja Routine darin, das Gepäck am Motorrad zu verstauen.

 

Nun geht es zuerst den gestrigen Weg ein Stück zurück, um dann weiter den Verlauf des Haffs in Richtung Elblag zu folgen. Dort überqueren wir, nach einem kurzen Fotostop, den Kanal um diesen über eine kurze Strecke zu folgen. Die Besonderheit des Kanals ist, dass er in seinem Verlauf fast 90 Höhenmeter überwindet, das aber nicht mit Schleusen, sondern mit einem Eisenbahn bzw. Gondel ähnlichen Schienensystem durchführt, das mittels Transportwagen, die Schiffe auf den nächsten Hügel bringt 😉

Spätestens jetzt sind wir in Masuren.

 

Ja, Masuren! Wir hatten schon zu Hause viel über diese größtenteils noch unverbrauchte Gegend gelesen und waren natürlich sehr gespannt darauf, ob die vollmundigen Erzählungen auch zutreffen würden. Die Beschreibungen von weiten Ackerflächen, vielen Seen und Waldstücke sowie kleinen Ortschaften ist sehr zutreffend. In einen gewissen Sinn, ist es das Niederösterreichische Waldviertel vor ca. 60 Jahren mit nur noch weniger Menschen.

Besonders markant sind die vielen alten Alleen, die die engen Straßen säumen. Diese sind meistens durch die hohen Alleebäume, oben geschlossen. LKW’s dürfen nur reduzierte Geschwindigkeiten fahren, da ansonsten die Allee zu sehr beschädigt wird.

So bewegen wir uns durch die leicht hügelige, immer wieder von Waldstücken und Seen unterbrochene Gegend. Immer wieder taucht unvermittelt eine kleine Ortschaft auf und wir bewegen uns gemütlich von West nach Ost, bevorzugt auf den kleinen, nieder rangingen Straßen. So kommen wir nach Elblag und weiter über Orneta, Dobre Miasto, Rezel, Swieta Lipka (Wallfahrtskirche Heilige Linde) bis kurz vor Ketrzyn .

Immer wieder bleiben wir kurz für Fotos stehen, die vielen Ziegelbauten scheinen aus einer anderen Zeit und Kultur zu sein. Ab ca. 13 Uhr tritt ein, was wir bereits bei der Abfahrt an der Nehrung befürchtet haben, aber bis jetzt hinaus zögern konnten, es beginnt zu regnen.
Gut, dass wir unser Regenübergewand griffbereit haben, denn bis auf kurze Unterbrechungen bleibt uns der Regen für heute treu und sorgt für ein angenehm kühles, aber leider auch feuchtes Masuren.

Nach Ketrzyn, auch bekannt durch die in der Nähe liegende Bunkeranlage Wolfsschanze, wird der Regen so heftig, dass wir froh sind als nächsten Ort Gizycko (Lötzen) auf unserer Route zu haben, und damit das Ende unserer heutigen Strecke.

Wir retten uns durch mehrere Zentimeter hohe Wasserlacken in das Hotel Masury, dass uns mit einem großen geräumigen Zimmer im 2. Stock empfängt. Blick auf unsere im Hof abgestellten Motorräder inklusive.

Wir hängen unser feuchtes Regengewand zum Trocknen auf, und schon schaut es im Zimmer gemütlich chaotisch aus, nur gut, dass es wirklich groß ist.

Danach checken wir die letzten Chat Nachrichten und erfahren auf diesem Weg, dass unser 2. Trupp in starken Regen geraten ist und deshalb in einem Hotel in Gizycko abgestiegen ist. Moment, Gizycko?

Auf unsere Nachfrage wird uns das bestätigt, das Hotel (St. Bruno) liegt ca. 1,4 km entfernt und wir vereinbaren ein Treffen am Kanal, damit wir uns ein gemeinsames Lokal für einen Plausch suchen können.

Der Regen hat mittlerweile etwas nachgelassen, wir brechen daher zu Fuß auf, um uns unsere Beine zu vertreten. Der Anmarsch durch das Kasernen und Industriegebiet ist etwas trostlos, wobei der Regen ganz sicher auch einen Teil dazu beiträgt.

Am Kanal eingetroffen kommen wir gerade noch über die Brücke, bevor diese gesperrt wird, da sie für die Durchfahrt von mehreren Booten geschwenkt wird.

Der Drehmechanismus wird tatsächlich noch per Hand mit einem ca. 2m langen Hebel bedient. Später lesen wir nach, dass kurzzeitig versucht wurde den Mechanismus mit Motoren zu betreiben, aber durch die Stärke der Motoren wurde die alte Mechanik der Brücke beschädigt. Danach wurde wieder auf Handbetrieb umgestellt.

Alle 2 Stunden wird diese nun geöffnet, um den Bootsverkehr zwischen den zwei angrenzenden Seen zu ermöglichen.

 

Die zweite Sehenswürdigkeit wäre die Festung Boyen gewesen. Die am besten erhaltene Festung in Masuren, aber die Besichtigung fällt leider ins sprichwörtliche Wasser.

An der Brücke treffen wir auf die CH.AT Truppe und lassen uns gleich neben der Brücke in der Pizzeria Mariza nieder. Die Wahl stellt sich leider nicht als die Beste heraus, sowohl Geschwindigkeit, als auch Qualität der Speisen sind aus unserer Sicht eher mittelmäßig. (Damit greifen wir zum ersten, aber auch zum letzten, Mal im Laufe unserer Fahrt daneben)

Aber eigentlich egal, wir plaudern, tauschen uns aus und die Zeit vergeht im Flug. Bevor es dunkel wird (hihi, wird es ja erst ab 22:00) sind wir wieder in unserem Hotel zurück, um die Routenplanung für Morgen abzustimmen und für mich gibt es auch noch weitere Seiten im Tagebuch zu befüllen.

 

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