Versya

Mein schräges Leben

Autor: Schräg

Wima Rally Tag 12, 20.07.2017

Heute ist der Event Tag mit Motorrad.

Es gibt in Summe 3 Gruppen:

Einmal Rennstreckentraining, oder Offroad Training , oder  Leihmotorräder von BMW zum Probefahren (T9, 1200 GS, eRoller) Als letzte Alternative gibt es auch für die Motorrad Müden Teilnehmerinnen eine Moorwanderung in der näheren Umgebung.
Moorwanderung hatte ich ja schon am Tag 1 unserer Ankunft in Janäda, außerdem bin ich zum Motorrad fahren hier. 😉
BMW Motorrad Probe fahren?  Nein, danke!  Aus Prinzip nicht.
Dann das Offroad training?  Wäre verlockend, speziell hier in Estland. Ich befürchte nur, dass die Erwartungshaltung der Trainer sehr niedrig ist und ich dabei wahrscheinlich einschlafe.
Also bleibt mir nur die Rennstrecke. Eigentlich auch nicht schlecht, auch wenn die Versys jetzt nicht so das Rennstreckengerät ist.  Aber die Idee, von einem estnischen Staatsmeister ein Training zu erhalten ist schon sehr verlockend.

Zu allem Übel gibt es wieder kurz Regen und der Tag schaut schon sehr grau aus
Zu meiner Freude stellt sich die Rennstrecke als GoKart/Supermoto Strecke heraus und das ist genau das Areal, das eine Versys zum Austoben braucht. Kurven!

Der Instruktor erklärt uns noch die sanfte (straßentaugliche)  Variante des Hanging off und das richtige Anfahren an Kurven.  Dazu gibt es auch ein paar Hütchen im Kurvenverlauf die als Richtlinie gedacht sind.

Da die Strecke langsam auftrocknet kommt in den Kurven so richtig Spass auf. Die Pilot Road 4 sind trotz der Kurvenhatz stabil, das ist wohl ein Vorteil der niedrigen Temperaturen in Estland  J, ansonsten bin ich von ihnen Rutschen im  exzessiven Rennmode gewohnt. :-/
Ganz übertreiben möchte ich es jedoch nicht, schließlich bin ich in der Touren Textilkombi unterwegs, und heimfahren möchte ich von Estland auch noch mit dem Motorrad. Aber immerhin besteht die Möglichkeit die eingefahrenen Radkanten wieder ein wenig abzurunden 😛

Die anderen Mädls sind ein wenig moderater unterwegs und daher leicht zu überholen. Nur die Triumph Fahrerinnen toben sich  ebenfalls aus und wehren sich hartnäckig
Die Tiger 1050 muss auf Grund eines Rutschers auf einem kleinen Ölfleck schlußendlich nachgeben, aber Susi mit ihrer Street Triple lässt nicht locker.

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So entscheidet, nach einigen Runden Rennmatch, erst die (zufällig) richtige Bahnwahl beim Überholen eines Pulks über das Kopf an Kopf Rennen.
Irgendwie dürfte sie das gewurmt haben, denn bei der Ausrollrunde überholt sie mich noch kurz vor der Ausfahrt.  Ok, ich verzeihe ihr.  J

Die Versys hat wieder einmal gezeigt, was sie mit simplen Straßenreifen zuwege bringt. Ich habe mich konditionell so richtig ausgetobt und wieder die Technik verbessern können.
Wir fahren dann in der Gruppe wieder zurück nach Janäda und haben noch die Gelegenheit der Offroadgruppe beim Training zuzuschauen. Ich muss sagen, die Teilnahme am Rennstreckentraining  war definitv eine gute Entscheidung  😉
Es stehen auch noch immer ein paar BMW Motorräder (Von 1200GS bis 9T) für Testfahrten zur Verfügung. Aber, wie bereits erwähnt, interessiert mich BMW einfach nicht. Es ist nicht unbedingt die relativ schlechte Qualität der überpreisten Maschinen, es ist mehr das Image, dass durch die Marke transportiert wird, das mich abschreckt.
Nur meine persönliche Meinung, wohlgemerkt. 1000te Käufer können doch nicht irren, oder?  😉
Stattdessen fahre ich mit der gestern zusammengebauten Fahnenstange und unserer Fahne eine Runde in der näheren Umgebung, um die Stabilität der Konstruktion und Auswirkung auf mich zu testen.
Bis ca. 70km/h ist es vom Zug der Fahne im Fahrtwind ok, danach richtig ungemütlich. Ich muss mir für die Parade morgen definitiv noch eine Verbesserung einfallen lassen.

 

Su ist beim Präsidentinnen Dinner (sie vertritt unsere Wima-Austria Präsidentin Jane) und wir machen es uns im Hengststall wieder gemütlich.
Die letzten Tage habe ich gemerkt, dass auch noch ein 1. Stock existiert, bin aber bisher nicht dazu gekommen diesen aufzusuchen. Heute habe ich Zeit und schaue deshalb die Stiegen hinauf.
Und, Überraschung! Hier versteckt sich ein Handwerksshop, der allerlei Gewand und Souvenirs aus Wolle, Filz, Holz, etc… anbietet.  Ich gerate beinahe in einen Kaufrausch. Die Waren sind hochwertig und relativ günstig, und so werden Wintersocken, 2 Mützen, eine Weste  und Schaaf  erstanden.

Wenn ihr Euch jetzt fragt, wie bzw. wo Schaaf angezogen wird, dann seit ihr leider im Irrtum. Schaaf ist tatsächlich nur ein Schaf aus Filz. Da es klein und handlich ist, wird es mich zukünftig auf Soloreisen begleiten.  Woher der Name kommt? In Anlehnung an einen österreichischen Motorrad „Artisten“ werde ich es, leicht verfremdet, Schaaf nennen.  😉

 

Die gute Laune wird nach der Rückkehr von Su ein wenig gedämpft. Es dürfte im Rahmen der Präsidentinnen Runde einige Kontroversen gegeben haben. Angeblich wird morgen, nach der Parade, noch einmal diskutiert.

So klingt dieser Tag mit Essen, Musik und offenen Fragen aus.

Kopfweh Tour

Wir sind diesmal nur zu zweit.

Carmen und ich, also wahrscheinlich eine flotte Partie.
Viel Zeit bleibt uns auch nicht, immerhin ist es bereits 11, als wir von Wien weg starten und wir wollen noch nach Grein auf ein Eis, und noch vor dem Dunkel werden wieder zu Hause sein.
Grein liegt ja nur 140 km von Wien entfernt, also wo ist denn das Problem, werden sich viele von Euch fragen?
Das “Problem” ist eigentlich nur die Anzahl an Kurven, die wir dabei bewältigen wollen.
Dafür haben wir eine relativ verschmähte Gegend ausgesucht. Damit garantiert: wenige Autos, wenige Motorradfahrer (bis aufs Finale) und damit auch unwahrscheinlich: Polizisten auf der Lauer.

 

Kurz gesagt, unser Plan funktioniert, beinahe ungestört kommen wir auf verschlungenen Wegen voran, und das letzte gerade Stück Straße, die Mautener Donaubrücke, liegt schon

 

eine Weile hinter uns.
Der Himmel ist bewölkt, die Temperatur mehr frisch als ange

nehm, ein wenig mehr Wäsche wäre jetzt nicht schlecht, und wir fahren Richtung Eis!?

Gott sei Dank ändert sich das sobald wir von NÖ nach OÖ wechseln. Schlagartig wird es heller, und wesentlich wärmer. Eis wir kommen!

Weil das Wetter nun schöner ist, machen wir auch noch einen kleinen Haken zum Bärenpark in Arbestal.

Das letzte Stück von St. Georgen am Walde ist ein wenig berüchtigt, daher ist auch diese Strecke mit 70km/h für Motorradfahrer begrenzt.

Auch, wenn wir die tollen Kurven sowieso nicht wesentlich schneller fahren würden, wieder so eine sinnlose Aktion, nur weil ein paar Verrückte mit Lärm und Knie am Boden hier wohl zuviel auf und ab gefahren sind.
Egal, wie gesagt, viel schneller sind wir sowieso nicht unterwegs und daher geht es flott die letzten 35 km nach Süden in Richtung Donau und Grein.

In Grein selbst ist die beliebte Konditorei bereits komplett überlaufen, mehrere Dutzend Motorräder stehen am Parkplatz vor dem Haus, aber wir bekommen einen Platz mit Aussicht auf die Donau.
Das Eis ist genial gut, da hat sich einiges in den letzten Jahren wieder zum besseren verändert, und so bleiben wir recht lange sitzen. Das auch, weil wir richtig schwindelig sind und wir beinahe Kopfweh haben. So viele Kurven, in so kurzer Zeit, kein Wunder!
Irgendwann ist es jedoch Zeit zum Aufbrechen und es geht ein Stück durch den Nibelungengau zurück, ins Yspertal, dann Weitental, Melk, Dunkelsteiner Wald, Heiligenkreuz und ins Finale nach Wien.

Gelungen, aber wo bekomme ich jetzt Kopfschmerz Tabletten her?

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