Versya

Mein schräges Leben

Autor: Schräg

Eicma, oder: Versya fährt mit dem Zug

Amerikaner! Genauer gesagt: US Amerikaner!  Warum lieber Gott, warum?!

Das war so mein erster Gedanke, als ich im Abteil sitzend, mit den drei jungen Interrail Backpacker überrascht werde.

So schön habe ich mir das überlegt: Ein EICMA Besuch im November. Alle werden fliegen, und ich reise gemütlich im Liege- bzw. Schlafwagen hin und retour. Grundsätzlich eine brilliate Überlegung würde der liebe Gott sagen, aber hast Du auch mit Interrail gerechnet? Und, so wie mein alter Freund Don Camillo muss ich wohl, oder übel zustimmen. Apropo Don Camillo: Die Eicma findet jährlich in Mailand statt und liegt in der Po Ebene, die Landschaft Italiens die Guareschi für seine Geschichten auserkoren hatte.
Aber zurück zu diesen Interrail Teenies. Nicht, dass sie unnett wären, oder riechen würden. Aber ich hatte mich bei der Abfahrt in Meidling schon so gefreut, als ich das leere Abteil betreten habe.

Immerhin, ich habe bereits den Sitzplatz am Fenster und damit die Kontrolle über die Steckdose, aber trotzdem: Amerikaner?  Die jungen Leute sind offensichtlich ausgehungert, denn sie ordern die –nicht gerade günstige – Speisekarte quer durch. Da hat sich seit meinen wilden Reisezeiten einiges geändert, ich war immer im Supermarkt einkaufen, um dann mit Vorräten für Nacht, und nächsten Tag, ins Zelt, oder in den Zugswaggon einzukehren. Aber die Kreditkarte von Daddy ermöglicht wohl ein komfortableres Reisen. Ein Liegewagenabteil ist ja auch nicht gerade die günstigste Art die Nacht zu verbringen. Egal genug gelästert, wir unterhalten uns kurz, dann lese ich weiter. Die Lektüre: „Im Netz“ mit meiner Lieblings Koch/Detektiv/Redakteurin Mira Valensky, von Eva Rossmann. Ich liebe die erdige, österreichische Schreibweise in der Buchserie. Die Charaktere sind liebevoll herausgearbeitet, die en passant untergerührten Rezepte eine Inspiration, und die Fälle sind immer wieder kniffelig aufgebaut. 🙂
Irgendwie mag ich Krimi -mit Essen gewürzte – Geschichten, da habe ich etwas mit der lieben Svenja gemeinsam. Daher habe ich die Ami’s  bald ausgeblendet und lese für die nächsten Stunden, bis es Zeit wird die Betten herunter zu klappen und schlafen zu gehen. Noch schnell Zähne putzen und Abend Toilette, und hinauf in den Himmel (wohlweislich habe ich das oberste Bett für mich reserviert, das rein raus in einem vollen Abteil ist lästig und das Kofferfach, oberhalb der Türe angenehm in Reichweite.
Die drei kommen aber anscheinend jetzt erst in Fahrt: Es werden Skype Telefonate mit den Staaten geführt. Beunruhigte Eltern beruhigt, die ob der rigiden Waffengesetze in good old Europe ihre Kinder wehrlos den Horden von Terroristen und Verbrechern ausgeliefert sehen. Es wird lebhaft über die neuen Priester (Chaplan)  in der Gemeinde diskutiert. Echt jetzt?  Zwischendurch wird ein Radio Werbesujet einer Firma für Thanks Giving aufgenommen. Mittlerweile kenne ich den Text auswendig, denn die Sprecherin verhaspelt sich immer beim Wort „perseverance“  (Ausdauer/beharrlich) und wiederholt den Text ca. 50 mal, bis er perfekt im Smartphone ist und seine Reise in die US antritt. Und dann sprechen sie auch noch gemeinsam Gebete!! Es ist 23:30, sie wollen in Padua  (Planankunft 5:00) aussteigen, und vorher noch frühstücken? Hallo? Ich drehe einfach ganz gemein, von oben das zentrale Licht ab. Eine Weile noch Gemurmel und Smartphone Flackern und es wird tatsächlich ruhig.
Damit endet dieser kurze Tag und der nächste startet um 4:40, als ich vom Klopfen der Crew an der Türe geweckt werde, die Weckruf und Frühstück loswerden will. Leider herrscht down under Totenstille, so öffne ich nach einer Weile von oben die Türe und lasse die Bordbegleiterin herein.  Jetzt steht sie im Gang und sagt mit gedämpfter Stimme: „Padua?“  Aber auch ein mehrmaliges  wiederholen löst keinerlei Reaktion aus. Ich weise sie darauf hin, dass das Frühstück zu den drei unteren Betten gehört und drehe mich wieder in die Decke hinein. Kurz darauf kommt wirklich Leben auf im Abteil, Rucksäcke werden gepackt und auf den Gang befördert. Als der Zug mittendrin hält bricht Panik aus und einer der Kaffee Becher fliegt durchs Abteil und verteilt seinen noch vollständigen Inhalt über Bänke und Boden.
Mit einer Papierserviette wir kurz probiert den Schaden zu minimieren, aber dann schnell aufgesprungen und mit einem netten Good bye der Ausstieg des Waggons angepeilt.
Ja, geht mit Gott, aber geht! Ich hoffe ihr holt am Bahnsteig noch euer Morgengebet nach und besucht einen Priester, um euch bei der Beichte noch mindestens 100 Ave Maria geben zu lassen. 😉

Ich klettere aus dem Bett ziehe mich an und beginne mit Papierhandtüchern aus dem Zug-WC den Boden und die Bänke weitestgehend vom Kaffee zu reinigen. Das letzte was ich jetzt noch brauche ist kalter Kaffeegeruch am Morgen, oder einen Putztrupp der jetzt durchs Abteil fegt. Nach dem das übelste bereinigt ist, lege ich mich wieder schlafen. Apropo, der Zug steht seit 30min immer noch in der Station (Teilung Rom/Mailand).  Ich muss erst um 7:45 aus dem Bett, der Zug kommt in Mailand erst um 9:12 an, also kein Morgenstress, denn das hasse ich.

Pünktlich um 7:40 bin ich wach, sammle noch die 3 Frühstücke zusammen und bereite mir erst einmal ein kleines Frühstücksmenü Feeling im Abteil. Die 3 haben offensichtlich nicht einmal probiert etwas einzupacken, so bleibt alles mir. Ich kenne eine Maus, die sicherlich nicht allzu böse darüber gewesen wäre.  Für mich ist es jedenfalls zu viel, Tee kommt auch gerade erst. Also packe ich einen Teil für den Tag ein und über den Rest mache ich mich her. Heute brauche ich sicher erst am Abend wieder etwas zu essen. Es geht am Gardasee vorbei und  Station am Weg ist Brescia, ein Ort der gerade 80km vom Don Camillo Städtchen Brescello entfernt ist.

Mittelmäßig ausgeruht, aber dafür voll gesättigt, komme ich beinahe pünktlich in Milano an und ich begebe mich auf die Suche nach der Metro. Gefunden, Tagesticket gekauft und los mit der M2 und M1 zur Messe. An der Aussteigestelle wartet schon ein Pulk an Kontrolleuren auf uns, wohl wissend, dass die Kernzone Mailands vor zwei Stationen zu Ende ist und für die letzte Station ein extra Aufpreis notwendig gewesen wäre. Die dafür fällige Strafe von 36,- € sorgt an Messetagen sicher für die Sanierung der Mailänder Verkehrsbetriebe (ATM). Ich erkenne die Situation sehr schnell und wähle den Kontrolleur mit Bedacht und wirklich, ich habe Glück im Unglück, ich komme mit einer freundlichen Verwarnung davon.  Mailand, 09:45, die Frisur sitzt….  Mit dem Wissen, dass viele Jahre des herum wildern in den Wiener Öffis nicht umsonst waren, und einem breiten Grinsen im Gesicht geht es weiter zum Ausgang. Wo das Grinsen gleich gefriert, denn vor mir steht eine Schlange von sicher tausend Besuchern, die durch 5 altersschwache Gepäckkontrollbänder und Röntgenschleusen am Vorankommen gehindert werden. 🙁
Österreich Du glückliches Land, wo eine Messe kein potentielles Attentats Gebiet ist (hier wahrscheinlich auch nicht, aber was tut man nicht für die gute Laune der Besucher?) MINUTEN später stehe ich hinter so einer Schleuse und diskutiere mit dem Operator eines solchen Bandes darüber, ob ich ein Schweizer Messer im Gepäck habe, oder nicht. Er erwartet von mir, dass ich dieses aushändige, und ich habe wirklich keine Ahnung, wo das in meinem Rucksack sein könnte, wenn überhaupt?  (Ich habe es auch zu Hause nicht gefunden, also entweder ein falscher Alarm, oder der falsche Rucksack –da diese beinahe gleichzeitig durch den Scanner rollen, wäre das gar keine Überraschung)
Zum Auspacken des übervollen Rucksacks steht eine Fläche von ca. 30x30cm zur Verfügung, ich beginne ob dieser Frotzelei damit meine schmutzige (unter)Wäsche und weibliche Toilett-Gegenstände auszubreiten, denn das hilft in südlichen Ländern immer. Der Operator winkt erwartungsgemäß ab und schuht mich weiter…….
Endlich, denke ich mir, endlich jetzt nur noch die Messe! Jaaahhaaaa!

Aber schmecks, der Zugang von der Metro Seite ist definitiv der Falsche. 🙁 Der relevante Teil der Ausstellung befindet sich am anderen Ende des riesigen Ausstellungsgeländes und so marschiere ich in dahintrödelnden Gruppen noch einmal 400-500m weiter bis ich endlich, endlich! zur Kasse komme, die die Halle 22 und 24 bewacht. Ich hole meine gratis Eintrittskarte ab, gebe überflüssiges Gewand und Gepäck ( inkl. virtuelles Taschenmesser) an der Garderobe ab und betrete mit WRWR T-Shirt bekleidet und mit Selfistick, Smartphones, Powerpacks, Kabeln und Sticker bewaffnet die riesigen Hallen.
Ab jetzt beginnt das Spiel, weswegen ich eigentlich hier bin: WRWR (Women Riders World Relay) zu promoten und die ital. Moto Amica’s für das Thema zu interessieren. Sticker und ein Protoyp T-Shirt von WRWR habe ich auch mit, falls mich eine der ital. FB Mitglieder aufspürt. Deshalb poste ich regelmäßig Fotos und Texte über meinen Aufenthalt in die Event Diskussion. Catch me, if you can…  😉

Das ist aber ganz schön anstrengend.  Markante Punkte zu finden, sie auf FB zu posten, dort auch eine Zeit lang enge Kreise darum zu ziehen, vorausschauend einen neuen Punkt zu posten und dort das Spiel zu wiederholen und zwischendurch Sticker verteilen.
Auf diese Art und Weise bewege ich mich durch die Halle 22, schaue am Stand von Benelli (Leoncino!), Alpinestars, SWM, …………
Dazwischen treffe ich kurz Elsbeth unsere WIMA Freundin aus der Schweiz, die Ihre Teilnahme an der Olivenernte in der Toskana dazu genutzt hat mir heute kurz auch Aufmunterung zukommen zu lassen. Wir machen zusammen ein paar Fotos, und, obwohl Sie die erste ist, die mich gefunden hat, wird aus Gründen der Fairness (sie hatte Insiderwissen! ) kein T-Shirt vergeben und auf die Sticker vergessen wir vor lauter blödeln natürlich auch…
Wir trennen uns wieder, mein Tempo ist ja Grotten langsam mit dem laufenden Stop and Go, und vereinbaren ein Treffen zu Mittag.
Es ist dann fast 13:00, als ich das T-Shirt endlich an die Frau bringen darf. Emily ist die glückliche Gewinnerin, sie hat mich am Beta Stand erwischt, wir beide sind froh. Ich, weil ich es nun nicht mehr herumtragen muss, Sie, weil es gut passt und der Besuch der Eicma dadurch gleich zweimal so toll ist! Wir machen ein gemeinsames Fotoshooting, danach setzen wir getrennt unsere Wege weiter. 🙂

Ich treffe mich danach, wie vereinbart mit Elsbeth, nicht ohne am Weg auch die markantesten Punkte gleich vorab zu fotografieren, immerhin ist dort ja auch KTM und die neue Adventure 790 ist ja quasi ein muss Stopp.
Da ich gut gefrühstückt habe, brauche ich nur ein kleines Mittagshäppchen  und einen kurzen Stopp am WC, dann geht es weiter durch die Hallen und ich verteile weiterhin Sticker an Italienerinnen die Motorräder testen und poste meinen Standort.

 

Am KTM Stand angekommen, wird die Adventure von allen Seiten belagert. Ich stelle mich auch an, aber irgendwie dürfte es für die Amici unvorstellbar sein, dass ich tatsächlich auch auf dieses Motorrad drauf möchte. Ich werde von links, rechts und gegenüber mehrmals übergangen, deshalb ergreife ich die Initiative, komme einem Macho zuvor und zeige mit einem beherzten Tritt auf die Fußraste, dass Aufsteigen auf eine so hohe Maschine, im Kontrast zum vorher erlebten,  auch elegant aussehen kann. Ich tobe mich sitzend und stehend auf der Maschine aus, bevor ich sie wieder genau so elegant verlasse. Tja meine Herren, gelernt ist gelernt. Wir sehen uns am Erzberg!  Gngngn…

Durch das lange Warten auf den Sitz/Stehplatz hatte ich genug Zeit die Maschine vorher gründlich anzusehen. Viel Plastik, was bei Verkleidungsteilen nicht gleich ein Minus ist (speziell auf einer Adventure Maschine, die tatsächlich auch so bewegt wird), was soll dann bitte aber der fast auf den Boden reichende Kunststofftank, der links und rechts von der Skidplatte , wie eine Beule seitlich aus dem Motorrad ragt? Tiefer Schwerpunkt, so, so..  aber wie bitte soll der Tank wirklich rauhes Gelände und Stürze überleben bzw. in der Pusta repariert werden? Und, wenn ich seitliche Beulen am Motorrad haben will kaufe ich mir etwas anderes. Ich muss nun wohl wirklich auf eine 390er Adventure hoffen, oder mir etwas ganz anderes zulegen. Die Konkurrenz schläft ja auch nicht, von SWM angefangen gab es immer wieder Motorräder, die den Adventure Charakter ebenfalls in sich tragen..
Also geht die Suche weiter.

Und natürlich geht  auch meine Runde, und die Schnitzeljagd, durch die Messehallen weiter von Stand zu Stand und auch ganz kurz am Freigelände.  Um ca. 17:00 poste ich final meinen letzten Standort, dann breche ich meine Zelte am Messegelände ab, wandere zurück zur M1, kaufe ein Außenzone Ticket (1,60) und fahre ins Zentrum (Duomo) zurück. Dort schaue ich mir den wunderbar beleuchteten Dom an und schlendere durch die Altstadt in Richtung Milano Centrale.
Am Weg überkommt mich dann doch wieder der Hunger und da ich noch Semmel vom Morgen habe, kaufe ich mir in einem Supermarkt am Weg ein paar dkg  prosciutto Crudo, hauchzart geschnitten, so wie es sein soll.
Kaum bin ich aus dem Supermarkt draussen meldet sich Junior mit Tips für ein Pizzeria Ristorante in der Nähe des Zentralbahnhofs, wo er damals mit seiner Klasse wunderbare Pizzen gespeist hat.
So, jetzt habe ich den Salat? Semmel und prosciutto, oder Pizza?  Ich löse es einigermassen elegant, als ich auf zwei Barbones treffe überlasse ich ihnen mein Mangiare, und mache damit sie und auch mich glücklich, denn die Pizza ist wirklich fantastisch!
Am Bahnhof komme ich rechtzeitig an, um den Waggon gemütlich zu besteigen und mein Abteil aufzusuchen, bevor auch schon die Rückfahrt beginnt.
Diesmal geht die Rechnung auf. Ich bin und ich bleibe allein im Schlafwagenabteil. Der Tag war anstrengend und lang. So schlafe ich relativ schnell ein und wache erst wieder in mit dem Wecken um 7:30 auf. Bis 9:00 dauert die Fahrt noch. So kann ich die alte Semmeringstrecke und die Rax im schönsten Sonnenlicht bewundern, bevor der Zug  vor dem  Wr. Neustädter Becken in die klassische Nebelwand einfährt und diese bis Wien auch nicht mehr verlässt.
Resumee: Falls noch einmal Eicma, sicher nicht mit Sticker, aber gerne nur mit Zug (bis zum Messegelände). 😉

DGR Distinguished Gentlemen Ride 2018

Hallo, werden sich jetzt viele Leser denken? Gentlemen?  Versya ist doch alles, nur kein Gentlemen? Ja, da muss ich Euch leider recht geben, aber, aber kann ich wirklich der Verlockung einer Fahrt durch Wien,  umgeben von blitzenden Vintage Motorrädern (New- und Oldtimer), widerstehen? Wer mich kennt, weis die Antwort: Nein!  Und warum soll ich dem Slogan des DGR treu nicht auch an meinen Vater, oder Bruder, oder meine Söhne denken?  Eben!  🙂 So, das Alibi steht. Was ziehe ich an? OMG, was zieht Mann sich an? Ich studiere alte Fotos vom DGR und fasse einen Entschluss. Keine Jacke, kein Sako, dafür donnere ich mich auf. Lass Hosen diesmal zu Hause liegen und steige im Rock bzw. Kleid auf das Motorrad. Ein bischen in den fifties Filmen geschnuppert, dann Amazon geentert und voila, die Garderobe steht schon mal. Hoffentlich kommt der Fummel auch rechtzeitig an! :-0 In der Zwischenzeit sind 2 Wochen vergangen, ich habe fleißig gespendet, denn im Gegenzug zu vielen Mitfahrenden weißt mein Teilnehmereintrag keine runde 0 auf.  #Stolzaufmichbin Ich darf daher mit ruhigem Gewissen, und im Bewusstsein nicht nur aus Spass am DGR teilzunehmen, mitfahren und erfahre auch einen Tag vorab (ein bischen knapp, liebe Organisatoren!) die Daten für Ort und Uhrzeit des ersten Treffpunkts. Das Motorrad wird gewaschen – hmm die Waschutensilien sind tatsächlich so weit unten?  Und ausgiebig poliert,  denn der Wetterbericht verspricht kühl/warmes Wetter und Sonne. Anscheinend ist wieder einmal der Wettergott meiner Moto Leidenschaft freundlich gesinnt! 🙂 Dann kommt das eigene outfit an die Reihe. Das geht zumindest ein wenig schneller, denn die Uhr tickt, und zu spät kommen wäre ein erster (nicht Gentlemen like) Fauxpas. Rechtzeitig vor Ort angelangt werde ich zusammen mit den anderen Mädls in die erste Reihe verfrachtet. Dieses Jahr fahren die Ladies vor, yeaaahh  (ups  – Hurray)  . Es gibt noch eine kurze Ansprache und dann zieht der beeindruckend große (die Veranstalter sprechen von ca. 800 Teilnehmern)   Konvoi  mit Polizeieskorte zuerst das Wiental Stadt auswärts und nach der Kehre am Gürtel wieder quer durch die Stadt bis zur Donauinsel. Viele verblüffte Gesichter am Straßenrand. Eine gute Stimmung im Konvoi. Herz  (bzw. besser: Prostata) was willst Du mehr ?  😉   Ein Video, vielleicht?  😉      

Süddeutsches Frauen Motorrad Treffen

Das 25., und wahrscheinlich doch nicht letzte, Süddeutsche Frauen Motorrad Treffen fand vom 22. bis 24. Juni im Schwangau statt.   Organisiert von den WOW (Women on Wheels) und dem Hexenring, inkl. einer Prise Wima Germany, natürlich waren wir auch dabei! Wir organisierten die An- und Rückreise in zwei getrennten Gruppen, da   1.) kleinere Gruppen Sinn machen   2.) die An- und Abreise von ca. 700 km an einem Tag nicht jederfraus Sache ist  
 
 
  So brach die erste Gruppe bereits am 21. Juni auf, die zweite Gruppe folgte tapfer am 22. Juni nach. Das Wetter war am 21. Juni grauslich und sehr feucht, diverse kleine Gebrechen verzögerten die Fahrt noch zusätzlich. Denoch gelang die erste Tagesetappe bis Radstadt recht gut. Am nächsten Tag war das Wetter schon um vieles freundlicher, nur die Temperatur war, für Ende Juni, mit ca. 15-17° weiterhin nicht so berauschend. Die Fahrt selbst ging für beide Gruppen am 2. Tag besser voran, Staus und div. Verkehrsumleitungen machten jedoch das Finale noch einmal zermürbend.Trotzdem waren wir am Freitag Abend alle im Quartier und konnten rechtzeitig für das Programm zum Treffen fahren (dass so gut ausgebucht war, dass wir externe Zimmer für uns mieten mussten!)   Die Fahrt führte uns natürlich am berühmten Schloss Neuschwanstein vorbei. Ein Besuch des Selbigen steht morgen am Programm, wir sind gespannt. Der Abend verlief in launiger Atmosphäre für viele von uns gab es bekannte Gesichter von vorhergehenden Treffen mit den WoW’s, dem Hexenring, oder Wima Rallies, zu sehen und so gab es schon bald rege Gespräche zu Gott und der Welt.   Da wir mit den Motorrädern gekommen waren, fuhren wir relativ zeitig wieder zurück ins Quartier, um für den morgigen Ausflug (zu Fuß, bzw. per Bus) nach Neuschwanstein ausgeruht zu sein. (Immerhin waren manche von uns heute schon mehr als 9 Stunden am Motorrad unterwegs) Das hielt uns dann aber nicht auf, im Quartier noch bei einem Fläschchen Rotwein mit Claudia zu plaudern, die leider für morgen kein Ticket mehr bekommen hat und daher für morgen die Weiterreise ins sonnigere Südtirol plant.   Der 2. Tag vor Ort:  
 
🙂
  Wir trafen uns zum Frühstück, dem ausgiebigst zugesprochen wurde, um dann in Gruppen vom Treffpunkt zum Schloss (in ca. 7km Entfernung) zu wandern. Das letzte Stück geht dann auch noch steil bergauf. Insofern gut, dass die Temperatur – trotz Sonne – noch immer niedrig war   Da noch ein wenig Zeit war (die Touren starten im 10 min Takt – pünktlich! Ist zwar Bayern, aber hier sind sie wohl Preussen)  war auch der Umweg zur Marienbrücke möglich, die einen wunderbaren Blick auf das Schloss und die dahinter liegende Ebene mit Stausee (leer)  bietet. Eine wahre Postkartenperspektive!   Vor dem Ausgeben der Eintrittskarten gab es noch ein Gruppenfoto und dann ging die Führung schon los.  
  Eigentlich genial was der arme Ludwig hier auf die Beine gestellt hat, Bayern wird ihm noch Jahrhunderte dafür danken (1,4 Mio Besucher pro Jahr können nicht irren) Aber, ein wenig größenwahnsinnig war er wohl schon. Trotz der verbauten Annehmlichkeiten des 19. Jahrhunderts eine so drückende Mittelalteratmosphäre auf den 2 ausgebauten Stockwerken zu verströmen ist schon eine Kunst! Die schöne Hülle, verspricht daher mehr, als der Inhalt dann erfüllen kann.  
 
  So endet die Führung unerwartet rasch und der Rückweg zum Adlerhorst beginnt. Mittlerweile ist es schon ein wenig heißer geworden, am Hang landen die ersten Gleitschirmflieger, und wir schlendern in kleinen Grüppchen wieder zurück. Vor Ort angekommen erwartet uns bereits Ludwig himself zu einem Apperitiv, und so verbringen wir den Nachmittag auf der Terasse mit schöner Sicht auf die Ebene und in weiterer Folge ein wunderbarer Sonnenuntergang mit einem ganz besonderen Licht. Einfach wunderbar! 😉   Am Abend gab es dann einen weiteren Partyabend mit vielen Erinnerungen an die letzten 25 Jahre, der in der 2. Hälfte zu einer Deutschland Siegesfeier ausartete (In der Retrospektive: Zu früh    )  
  Da wir morgen wieder die Rückreise antreten wollen, wurde auch heute relativ früh adieu gesagt.   Der 3. Tag:   Relativ zeitiges aufstehen und Einpacken, damit wir pünktlich um 8:00 beim Frühstück sein können und gleich danach geht es für eine Österreich Gruppe nach Süden und für die zweite Gruppe etwas später nach Nord Osten ,in Richtung Passau, wo sie unsere Passauerinnen Treffen wollen.  
 
  Gruppe 1 fährt über den Fernpass ins Inntal, von dort weiter über Lofer nach Berchtesgaden, hinauf auf die verregnete und nebelige Rossfeldstraße. (Überraschenderweise doch mit ein wenig Aussicht!) und wieder hinunter nach Golling, wo die Mittagsrast gehalten wird.   Sehr dunkle Wolken über der Postalm lassen uns den Weg über den Pass Gschütt nehmen und dann weiter in den Süden via Halstatt, Bad Aussee und Goisern.   Der Rest der Route ist obvious: Liezen, Admont, Gesäuse und Wildalpen.   In flottem Tempo geht es hier weiter und weiter. Die Uhr tickt langsam, aber beständig.   Von Mariazell an geht es nach Traisen wo sich unsere Wege trennen. Auf der einen Seite nach St. Pölten und auf der anderen Seite noch über den Schöpfl, Klausen Leopoldsdorf und Gruberau nach Wien zurück.   Der Schluss der Strecke dann schon im Dunkeln, aber nicht weniger Lustvoll.

Wima Rally Tag 12, 20.07.2017

Heute ist der Event Tag mit Motorrad.

Es gibt in Summe 3 Gruppen:

Einmal Rennstreckentraining, oder Offroad Training , oder  Leihmotorräder von BMW zum Probefahren (T9, 1200 GS, eRoller) Als letzte Alternative gibt es auch für die Motorrad Müden Teilnehmerinnen eine Moorwanderung in der näheren Umgebung.
Moorwanderung hatte ich ja schon am Tag 1 unserer Ankunft in Janäda, außerdem bin ich zum Motorrad fahren hier. 😉
BMW Motorrad Probe fahren?  Nein, danke!  Aus Prinzip nicht.
Dann das Offroad training?  Wäre verlockend, speziell hier in Estland. Ich befürchte nur, dass die Erwartungshaltung der Trainer sehr niedrig ist und ich dabei wahrscheinlich einschlafe.
Also bleibt mir nur die Rennstrecke. Eigentlich auch nicht schlecht, auch wenn die Versys jetzt nicht so das Rennstreckengerät ist.  Aber die Idee, von einem estnischen Staatsmeister ein Training zu erhalten ist schon sehr verlockend.

Zu allem Übel gibt es wieder kurz Regen und der Tag schaut schon sehr grau aus
Zu meiner Freude stellt sich die Rennstrecke als GoKart/Supermoto Strecke heraus und das ist genau das Areal, das eine Versys zum Austoben braucht. Kurven!

Der Instruktor erklärt uns noch die sanfte (straßentaugliche)  Variante des Hanging off und das richtige Anfahren an Kurven.  Dazu gibt es auch ein paar Hütchen im Kurvenverlauf die als Richtlinie gedacht sind.

Da die Strecke langsam auftrocknet kommt in den Kurven so richtig Spass auf. Die Pilot Road 4 sind trotz der Kurvenhatz stabil, das ist wohl ein Vorteil der niedrigen Temperaturen in Estland  J, ansonsten bin ich von ihnen Rutschen im  exzessiven Rennmode gewohnt. :-/
Ganz übertreiben möchte ich es jedoch nicht, schließlich bin ich in der Touren Textilkombi unterwegs, und heimfahren möchte ich von Estland auch noch mit dem Motorrad. Aber immerhin besteht die Möglichkeit die eingefahrenen Radkanten wieder ein wenig abzurunden 😛

Die anderen Mädls sind ein wenig moderater unterwegs und daher leicht zu überholen. Nur die Triumph Fahrerinnen toben sich  ebenfalls aus und wehren sich hartnäckig
Die Tiger 1050 muss auf Grund eines Rutschers auf einem kleinen Ölfleck schlußendlich nachgeben, aber Susi mit ihrer Street Triple lässt nicht locker.

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So entscheidet, nach einigen Runden Rennmatch, erst die (zufällig) richtige Bahnwahl beim Überholen eines Pulks über das Kopf an Kopf Rennen.
Irgendwie dürfte sie das gewurmt haben, denn bei der Ausrollrunde überholt sie mich noch kurz vor der Ausfahrt.  Ok, ich verzeihe ihr.  J

Die Versys hat wieder einmal gezeigt, was sie mit simplen Straßenreifen zuwege bringt. Ich habe mich konditionell so richtig ausgetobt und wieder die Technik verbessern können.
Wir fahren dann in der Gruppe wieder zurück nach Janäda und haben noch die Gelegenheit der Offroadgruppe beim Training zuzuschauen. Ich muss sagen, die Teilnahme am Rennstreckentraining  war definitv eine gute Entscheidung  😉
Es stehen auch noch immer ein paar BMW Motorräder (Von 1200GS bis 9T) für Testfahrten zur Verfügung. Aber, wie bereits erwähnt, interessiert mich BMW einfach nicht. Es ist nicht unbedingt die relativ schlechte Qualität der überpreisten Maschinen, es ist mehr das Image, dass durch die Marke transportiert wird, das mich abschreckt.
Nur meine persönliche Meinung, wohlgemerkt. 1000te Käufer können doch nicht irren, oder?  😉
Stattdessen fahre ich mit der gestern zusammengebauten Fahnenstange und unserer Fahne eine Runde in der näheren Umgebung, um die Stabilität der Konstruktion und Auswirkung auf mich zu testen.
Bis ca. 70km/h ist es vom Zug der Fahne im Fahrtwind ok, danach richtig ungemütlich. Ich muss mir für die Parade morgen definitiv noch eine Verbesserung einfallen lassen.

 

Su ist beim Präsidentinnen Dinner (sie vertritt unsere Wima-Austria Präsidentin Jane) und wir machen es uns im Hengststall wieder gemütlich.
Die letzten Tage habe ich gemerkt, dass auch noch ein 1. Stock existiert, bin aber bisher nicht dazu gekommen diesen aufzusuchen. Heute habe ich Zeit und schaue deshalb die Stiegen hinauf.
Und, Überraschung! Hier versteckt sich ein Handwerksshop, der allerlei Gewand und Souvenirs aus Wolle, Filz, Holz, etc… anbietet.  Ich gerate beinahe in einen Kaufrausch. Die Waren sind hochwertig und relativ günstig, und so werden Wintersocken, 2 Mützen, eine Weste  und Schaaf  erstanden.

Wenn ihr Euch jetzt fragt, wie bzw. wo Schaaf angezogen wird, dann seit ihr leider im Irrtum. Schaaf ist tatsächlich nur ein Schaf aus Filz. Da es klein und handlich ist, wird es mich zukünftig auf Soloreisen begleiten.  Woher der Name kommt? In Anlehnung an einen österreichischen Motorrad „Artisten“ werde ich es, leicht verfremdet, Schaaf nennen.  😉

 

Die gute Laune wird nach der Rückkehr von Su ein wenig gedämpft. Es dürfte im Rahmen der Präsidentinnen Runde einige Kontroversen gegeben haben. Angeblich wird morgen, nach der Parade, noch einmal diskutiert.

So klingt dieser Tag mit Essen, Musik und offenen Fragen aus.

Kopfweh Tour

Wir sind diesmal nur zu zweit.

Carmen und ich, also wahrscheinlich eine flotte Partie.
Viel Zeit bleibt uns auch nicht, immerhin ist es bereits 11, als wir von Wien weg starten und wir wollen noch nach Grein auf ein Eis, und noch vor dem Dunkel werden wieder zu Hause sein.
Grein liegt ja nur 140 km von Wien entfernt, also wo ist denn das Problem, werden sich viele von Euch fragen?
Das “Problem” ist eigentlich nur die Anzahl an Kurven, die wir dabei bewältigen wollen.
Dafür haben wir eine relativ verschmähte Gegend ausgesucht. Damit garantiert: wenige Autos, wenige Motorradfahrer (bis aufs Finale) und damit auch unwahrscheinlich: Polizisten auf der Lauer.

 

Kurz gesagt, unser Plan funktioniert, beinahe ungestört kommen wir auf verschlungenen Wegen voran, und das letzte gerade Stück Straße, die Mautener Donaubrücke, liegt schon

 

eine Weile hinter uns.
Der Himmel ist bewölkt, die Temperatur mehr frisch als ange

nehm, ein wenig mehr Wäsche wäre jetzt nicht schlecht, und wir fahren Richtung Eis!?

Gott sei Dank ändert sich das sobald wir von NÖ nach OÖ wechseln. Schlagartig wird es heller, und wesentlich wärmer. Eis wir kommen!

Weil das Wetter nun schöner ist, machen wir auch noch einen kleinen Haken zum Bärenpark in Arbestal.

Das letzte Stück von St. Georgen am Walde ist ein wenig berüchtigt, daher ist auch diese Strecke mit 70km/h für Motorradfahrer begrenzt.

Auch, wenn wir die tollen Kurven sowieso nicht wesentlich schneller fahren würden, wieder so eine sinnlose Aktion, nur weil ein paar Verrückte mit Lärm und Knie am Boden hier wohl zuviel auf und ab gefahren sind.
Egal, wie gesagt, viel schneller sind wir sowieso nicht unterwegs und daher geht es flott die letzten 35 km nach Süden in Richtung Donau und Grein.

In Grein selbst ist die beliebte Konditorei bereits komplett überlaufen, mehrere Dutzend Motorräder stehen am Parkplatz vor dem Haus, aber wir bekommen einen Platz mit Aussicht auf die Donau.
Das Eis ist genial gut, da hat sich einiges in den letzten Jahren wieder zum besseren verändert, und so bleiben wir recht lange sitzen. Das auch, weil wir richtig schwindelig sind und wir beinahe Kopfweh haben. So viele Kurven, in so kurzer Zeit, kein Wunder!
Irgendwann ist es jedoch Zeit zum Aufbrechen und es geht ein Stück durch den Nibelungengau zurück, ins Yspertal, dann Weitental, Melk, Dunkelsteiner Wald, Heiligenkreuz und ins Finale nach Wien.

Gelungen, aber wo bekomme ich jetzt Kopfschmerz Tabletten her?

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