Versya

Mein schräges Leben

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DGR Distinguished Gentlemen Ride 2018

Hallo, werden sich jetzt viele Leser denken? Gentlemen?  Versya ist doch alles, nur kein Gentlemen?

Ja, da muss ich Euch leider recht geben, aber, aber kann ich wirklich der Verlockung einer Fahrt durch Wien,  umgeben von blitzenden Vintage Motorrädern (New- und Oldtimer), widerstehen?
Wer mich kennt, weis die Antwort: Nein!  Und warum soll ich dem Slogan des DGR treu nicht auch an meinen Vater, oder Bruder, oder meine Söhne denken?  Eben!  🙂

So, das Alibi steht. Was ziehe ich an? OMG, was zieht Mann sich an?
Ich studiere alte Fotos vom DGR und fasse einen Entschluss. Keine Jacke, kein Sako, dafür donnere ich mich auf. Lass Hosen diesmal zu Hause liegen und steige im Rock bzw. Kleid auf das Motorrad.
Ein bischen in den fifties Filmen geschnuppert, dann Amazon geentert und voila, die Garderobe steht schon mal. Hoffentlich kommt der Fummel auch rechtzeitig an! :-0

In der Zwischenzeit sind 2 Wochen vergangen, ich habe fleißig gespendet, denn im Gegenzug zu vielen Mitfahrenden weißt mein Teilnehmereintrag keine runde 0 auf.  #Stolzaufmichbin
Ich darf daher mit ruhigem Gewissen, und im Bewusstsein nicht nur aus Spass am DGR teilzunehmen, mitfahren und erfahre auch einen Tag vorab (ein bischen knapp, liebe Organisatoren!) die Daten für Ort und Uhrzeit des ersten Treffpunkts.

Das Motorrad wird gewaschen – hmm die Waschutensilien sind tatsächlich so weit unten?  Und ausgiebig poliert,  denn der Wetterbericht verspricht kühl/warmes Wetter und Sonne.
Anscheinend ist wieder einmal der Wettergott meiner Moto Leidenschaft freundlich gesinnt! 🙂

Dann kommt das eigene outfit an die Reihe. Das geht zumindest ein wenig schneller, denn die Uhr tickt, und zu spät kommen wäre ein erster (nicht Gentlemen like) Fauxpas.

Rechtzeitig vor Ort angelangt werde ich zusammen mit den anderen Mädls in die erste Reihe verfrachtet. Dieses Jahr fahren die Ladies vor, yeaaahh  (ups  – Hurray)  .

Es gibt noch eine kurze Ansprache und dann zieht der beeindruckend große (die Veranstalter sprechen von ca. 800 Teilnehmern)   Konvoi  mit Polizeieskorte zuerst das Wiental Stadt auswärts und nach der Kehre am Gürtel wieder quer durch die Stadt bis zur Donauinsel.
Viele verblüffte Gesichter am Straßenrand. Eine gute Stimmung im Konvoi.

Herz  (bzw. besser: Prostata) was willst Du mehr ?  😉

 

Ein Video, vielleicht?  😉

 

 

 

Kopfweh Tour

Wir sind diesmal nur zu zweit.

Carmen und ich, also wahrscheinlich eine flotte Partie.
Viel Zeit bleibt uns auch nicht, immerhin ist es bereits 11, als wir von Wien weg starten und wir wollen noch nach Grein auf ein Eis, und noch vor dem Dunkel werden wieder zu Hause sein.
Grein liegt ja nur 140 km von Wien entfernt, also wo ist denn das Problem, werden sich viele von Euch fragen?
Das “Problem” ist eigentlich nur die Anzahl an Kurven, die wir dabei bewältigen wollen.
Dafür haben wir eine relativ verschmähte Gegend ausgesucht. Damit garantiert: wenige Autos, wenige Motorradfahrer (bis aufs Finale) und damit auch unwahrscheinlich: Polizisten auf der Lauer.

 

Kurz gesagt, unser Plan funktioniert, beinahe ungestört kommen wir auf verschlungenen Wegen voran, und das letzte gerade Stück Straße, die Mautener Donaubrücke, liegt schon

 

eine Weile hinter uns.
Der Himmel ist bewölkt, die Temperatur mehr frisch als ange

nehm, ein wenig mehr Wäsche wäre jetzt nicht schlecht, und wir fahren Richtung Eis!?

Gott sei Dank ändert sich das sobald wir von NÖ nach OÖ wechseln. Schlagartig wird es heller, und wesentlich wärmer. Eis wir kommen!

Weil das Wetter nun schöner ist, machen wir auch noch einen kleinen Haken zum Bärenpark in Arbestal.

Das letzte Stück von St. Georgen am Walde ist ein wenig berüchtigt, daher ist auch diese Strecke mit 70km/h für Motorradfahrer begrenzt.

Auch, wenn wir die tollen Kurven sowieso nicht wesentlich schneller fahren würden, wieder so eine sinnlose Aktion, nur weil ein paar Verrückte mit Lärm und Knie am Boden hier wohl zuviel auf und ab gefahren sind.
Egal, wie gesagt, viel schneller sind wir sowieso nicht unterwegs und daher geht es flott die letzten 35 km nach Süden in Richtung Donau und Grein.

In Grein selbst ist die beliebte Konditorei bereits komplett überlaufen, mehrere Dutzend Motorräder stehen am Parkplatz vor dem Haus, aber wir bekommen einen Platz mit Aussicht auf die Donau.
Das Eis ist genial gut, da hat sich einiges in den letzten Jahren wieder zum besseren verändert, und so bleiben wir recht lange sitzen. Das auch, weil wir richtig schwindelig sind und wir beinahe Kopfweh haben. So viele Kurven, in so kurzer Zeit, kein Wunder!
Irgendwann ist es jedoch Zeit zum Aufbrechen und es geht ein Stück durch den Nibelungengau zurück, ins Yspertal, dann Weitental, Melk, Dunkelsteiner Wald, Heiligenkreuz und ins Finale nach Wien.

Gelungen, aber wo bekomme ich jetzt Kopfschmerz Tabletten her?

Saison Finale (nicht meins)

Letzte Woche war die allgemeine Wettersituation eher schlecht mit 9° und Hochnebel auch die Straßen leicht feucht. Und dann die vielen Blätter auf der Straße? Nicht unbedingt sehr einladende Verhältnisse. Es war damit  klar,   dass die Wima Saisonfinale  Ausfahrt um eine Woche verschoben wurde.

Und diese Entscheidung stellte sich als goldrichtig heraus.  Wir fuhren direkt in den Indian Summer der Buckligen Welt.

In der Früh hatte es ebenfalls noch lauschige 9°, aber im Laufe des Tages wurde es dank der Sonne doch bis zu 21° warm.

Der Himmel war strahlend blau, die Bäume rot, grün, golden und die Felder dazwischen füllten die Farbskala aus.  Ein wunderbares Farbenspiel für die Augen.

Und, weil das nicht genug war hatten wir Asphalt und auch ein wenig Schotter unter den Reifen, der uns von Kurve zu Kurve, und von Hügel zu Hügel trug.

Es war einfach fantastisch durch die Gegend zu wedeln  und dabei so viel Spass zu haben.

Einfach geil! Mehr gibt es dazu wirklich nicht zu sagen.  🙂

 

 

 

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Video-Link: https://youtu.be/Io_xDLzLW2Q

 

Morgen am Strand, Abend in Masuren, Anreise Wima Rally 2017, Tag 3

Um 8:30 Frühstück!

Diese Nachricht hat uns schon gestern erschüttert. Wie sollen wir denn den Tag nützen, wenn das Frühstück so spät beginnt?

Da wir uns mittlerweile an das frühe Aufstehen gewohnt haben, sind wir natürlich viel zu früh wach.

Ein kurzer Check genügt, um zu testen, ob unser Gewand trocken genug zum Einpacken ist und so verstauen wir alles nicht mehr benötigte in den Taschen.
Aber, da wir die nächsten Stunden! nicht mit Warten auf das Frühstück verbringen wollen, nutzen wir die Zeit bis dahin, um das alte Kahlberg und die Ostseeküste näher zu erkunden.

(In der Pension Lotus gab es am Gang auch viele schwarz weiß Fotos aus der Epoche vor dem 1. Weltkrieg)

Nur ein kleiner Anstieg vom Hotel ist nötig, um den Grat der Nehrung zu erreichen, und dort befindet sich der ursprüngliche Ortskern.

 

Seinen architektonischen Ursprung hat es definitiv in Deutschland. Verbliebene Häuser und das kleine Franziskanerkloster erinnern an diese Vergangenheit sehr nachdrücklich und versetzen uns in eine andere Zeit. Die nachfolgenden Epochen haben erst etwas außerhalb ihre Spuren hinterlassen und sind gemischt, was ihren Bauzustand und architektonische Qualität betrifft. 😉

 

Der alte Ortskern ist relativ klein und so führt uns der weitere Weg die Rampe hinunter zum Sandstrand der Ostseeküste der um diese Tageszeit beinahe leer und verlassen vor uns liegt. Nur ein paar Jogger sind außer uns noch unterwegs.
Der Sand ist noch kühl vom Regen und so ziehen wir uns die Schuhe aus, um ein Stück am Meer entlang zu schlendern. Dazwischen stoßen wir auf eine Sandburg mit Dimensionen, die ganze Personen verschlucken könnten. Renate verschwindet fast in den Mauern. Das Wasser fühlt sich frisch an und lädt so gar nicht zu einem tieferen Eintauchen ein. Dass wir aber trotz allem einen wunderbaren Tag an der Ostsee haben, merken wir erst bei unserer zweiten Begegnung, aber das wissen wir noch nicht.

 

Da Kahlberg (Krynica Morska) auch einen roten Leuchtturm als Wahrzeichen hat, machen wir uns auf die Suche nach ihm. Wir müssen eine Weile die Küstenlinie absuchen bis wir ihn hinter den Baumwipfeln ausmachen können.

Durch einen, größtenteils aus neuen Luxusappartements bestehenden, Ortsteil gehen wir wieder bergauf, und tatsächlich da steht er in seiner ganzen roten Pracht.

Leider ist der Zugang verschlossen, so können wir ihm nur am Fuss umrunden und uns die Aussicht von oben ausmalen. Daneben gibt es auf einer Tafel Erläuterungen zum Turm, aber leider nur auf Polnisch, und damit könnte er auch genauso gut in Keilschrift verfasst sein. Lesen können wir weder das Eine, noch das Andere.

 

Mittlerweile ist die Zeit schon so weit fortgeschritten, dass wir uns zurück auf den Weg in unsere Pension machen. Dort wartet auch bereits eine Gruppe deutscher Touristen auf den Einlass (der nur vom Garten her möglich ist, seltsame Konstruktion). Die Türe wird kurz darauf, von den beiden jungen Mädels von gestern, aufgesperrt und wir entdecken ein wahrhaft üppiges Frühstücksbuffet. Die Kritiken auf booking.com, die auf diesen Umstand hinweisen, haben nicht gelogen, omg! Gut, dass wir bereits unseren Appetit durch den Spaziergang angeregt haben, so können wir den vielen aufgetischten Köstlichkeiten hemmungslos zusprechen.

Später, ächzen wir uns die Stiegen hinauf zu unserem Zimmer, um uns in die – komischerweise irgendwie eng anfühlende – Motorrad Montur zu zwängen.

Das Beladen der Maschinen geht dafür umso zügiger von statten, langsam haben wir ja Routine darin, das Gepäck am Motorrad zu verstauen.

 

Nun geht es zuerst den gestrigen Weg ein Stück zurück, um dann weiter den Verlauf des Haffs in Richtung Elblag zu folgen. Dort überqueren wir, nach einem kurzen Fotostop, den Kanal um diesen über eine kurze Strecke zu folgen. Die Besonderheit des Kanals ist, dass er in seinem Verlauf fast 90 Höhenmeter überwindet, das aber nicht mit Schleusen, sondern mit einem Eisenbahn bzw. Gondel ähnlichen Schienensystem durchführt, das mittels Transportwagen, die Schiffe auf den nächsten Hügel bringt 😉

Spätestens jetzt sind wir in Masuren.

 

Ja, Masuren! Wir hatten schon zu Hause viel über diese größtenteils noch unverbrauchte Gegend gelesen und waren natürlich sehr gespannt darauf, ob die vollmundigen Erzählungen auch zutreffen würden. Die Beschreibungen von weiten Ackerflächen, vielen Seen und Waldstücke sowie kleinen Ortschaften ist sehr zutreffend. In einen gewissen Sinn, ist es das Niederösterreichische Waldviertel vor ca. 60 Jahren mit nur noch weniger Menschen.

Besonders markant sind die vielen alten Alleen, die die engen Straßen säumen. Diese sind meistens durch die hohen Alleebäume, oben geschlossen. LKW’s dürfen nur reduzierte Geschwindigkeiten fahren, da ansonsten die Allee zu sehr beschädigt wird.

So bewegen wir uns durch die leicht hügelige, immer wieder von Waldstücken und Seen unterbrochene Gegend. Immer wieder taucht unvermittelt eine kleine Ortschaft auf und wir bewegen uns gemütlich von West nach Ost, bevorzugt auf den kleinen, nieder rangingen Straßen. So kommen wir nach Elblag und weiter über Orneta, Dobre Miasto, Rezel, Swieta Lipka (Wallfahrtskirche Heilige Linde) bis kurz vor Ketrzyn .

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Video-Link: https://youtu.be/zQxTc97_RWQ

Immer wieder bleiben wir kurz für Fotos stehen, die vielen Ziegelbauten scheinen aus einer anderen Zeit und Kultur zu sein. Ab ca. 13 Uhr tritt ein, was wir bereits bei der Abfahrt an der Nehrung befürchtet haben, aber bis jetzt hinaus zögern konnten, es beginnt zu regnen.
Gut, dass wir unser Regenübergewand griffbereit haben, denn bis auf kurze Unterbrechungen bleibt uns der Regen für heute treu und sorgt für ein angenehm kühles, aber leider auch feuchtes Masuren.

Nach Ketrzyn, auch bekannt durch die in der Nähe liegende Bunkeranlage Wolfsschanze, wird der Regen so heftig, dass wir froh sind als nächsten Ort Gizycko (Lötzen) auf unserer Route zu haben, und damit das Ende unserer heutigen Strecke.

Wir retten uns durch mehrere Zentimeter hohe Wasserlacken in das Hotel Masury, dass uns mit einem großen geräumigen Zimmer im 2. Stock empfängt. Blick auf unsere im Hof abgestellten Motorräder inklusive.

Wir hängen unser feuchtes Regengewand zum Trocknen auf, und schon schaut es im Zimmer gemütlich chaotisch aus, nur gut, dass es wirklich groß ist.

Danach checken wir die letzten Chat Nachrichten und erfahren auf diesem Weg, dass unser 2. Trupp in starken Regen geraten ist und deshalb in einem Hotel in Gizycko abgestiegen ist. Moment, Gizycko?

Auf unsere Nachfrage wird uns das bestätigt, das Hotel (St. Bruno) liegt ca. 1,4 km entfernt und wir vereinbaren ein Treffen am Kanal, damit wir uns ein gemeinsames Lokal für einen Plausch suchen können.

Der Regen hat mittlerweile etwas nachgelassen, wir brechen daher zu Fuß auf, um uns unsere Beine zu vertreten. Der Anmarsch durch das Kasernen und Industriegebiet ist etwas trostlos, wobei der Regen ganz sicher auch einen Teil dazu beiträgt.

Am Kanal eingetroffen kommen wir gerade noch über die Brücke, bevor diese gesperrt wird, da sie für die Durchfahrt von mehreren Booten geschwenkt wird.

Der Drehmechanismus wird tatsächlich noch per Hand mit einem ca. 2m langen Hebel bedient. Später lesen wir nach, dass kurzzeitig versucht wurde den Mechanismus mit Motoren zu betreiben, aber durch die Stärke der Motoren wurde die alte Mechanik der Brücke beschädigt. Danach wurde wieder auf Handbetrieb umgestellt.

Alle 2 Stunden wird diese nun geöffnet, um den Bootsverkehr zwischen den zwei angrenzenden Seen zu ermöglichen.

 

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Video-Link: https://youtu.be/wYXpKBhbDIA

Die zweite Sehenswürdigkeit wäre die Festung Boyen gewesen. Die am besten erhaltene Festung in Masuren, aber die Besichtigung fällt leider ins sprichwörtliche Wasser.

An der Brücke treffen wir auf die CH.AT Truppe und lassen uns gleich neben der Brücke in der Pizzeria Mariza nieder. Die Wahl stellt sich leider nicht als die Beste heraus, sowohl Geschwindigkeit, als auch Qualität der Speisen sind aus unserer Sicht eher mittelmäßig. (Damit greifen wir zum ersten, aber auch zum letzten, Mal im Laufe unserer Fahrt daneben)

Aber eigentlich egal, wir plaudern, tauschen uns aus und die Zeit vergeht im Flug. Bevor es dunkel wird (hihi, wird es ja erst ab 22:00) sind wir wieder in unserem Hotel zurück, um die Routenplanung für Morgen abzustimmen und für mich gibt es auch noch weitere Seiten im Tagebuch zu befüllen.

 

“Let’s polish (sic!) up, our English” – Anreise Wima Rally 2017 Tag 2

Mit diesem geflügelten Slogan startet unser 2ter Tag in Polen. Zuerst genießen wir das reichlich und üppig ausgestattete Frühstücksbuffet und bereiten uns mental auf die nächste Etappe vor.
Eigentlich recht angenehm so ein Hotel, Du kommst an, wirfst das Gewand von Dir, duscht ausgiebig, hast Toiletten und Frühstück in top Qualität in Aussicht und ein bequemes Bett unter Dir.
An diese Art zu reisen können wir uns gewöhnen.
Nachteil: Land und Leute sind dadurch mehr auf Distanz, als auf einem Campingplatz. Aber dafür nutzen wir unsere Spaziergänge in den Abendstunden, um ein wenig mehr Gefühl für Land und Leute zu bekommen.
Und, natürlich auch, um nicht nur Motorrad Fotos für die zurück gebliebenen zu haben 😉

 

Vielleicht auch eine Bemerkung zur Navigations Ausstattung?
Jede von uns hat Karte und GPS im Tankrucksack als Backup mit.
Ich navigiere mit Hilfe meines Smartphones und OSMand, das auch Schotterwege und Fußwege kennt und via Bluetooth auch mit mir spricht – aber nicht zuhört, Gott sei Dank 😉
Damit ist es einfach eine Route für den nächsten Tag zusammen zu stellen – auch ohne PC zur Hand, und im Fall des Falles auch flexibel von der Route abzuweichen.
Renate pflegt die Tradition des Roadbooks und so sitzen wir am Abend immer kurz beisammen, um die wesentlichen Eckpunkte abzustimmen, von denen wir aber am nächsten Tag prompt immer wieder abweichen.
Manchmal sind es Verlockungen entlang der Straße, plötzliche Eingebungen, Verirrungen, oder einfach die Lust auf mehr, die uns vom geplanten Weg abbringen. Und manchmal sind gerade diese „Um“wege diejenigen, die uns die größten Überraschungen bescheren.
Außerdem haben wir einen Puffertag in Riga eingeplant. Was soll da schon passieren? Ob es auch so kommt? Stay tuned.

Zurück zum heutigen Tag:
Bezahlt haben wir unseren Aufenthalt bereits gestern, damit ist es einfacher in voller Motorrad Montur direkt zum Motorrad zu marschieren und die Packtaschen zu verstauen, ohne an der Rezeption in ein erstes Schweißbad auszubrechen. Schweißtreibend wird dafür die Rückfahrt zur A1.
Im Stoßverkehr von Lodz wird die Notwendigkeit von Euro4 gleich viel plausibler, ich frage mich öfter, ob hier überhaupt Euro3 bereits angekommen ist?
Glücklich auf der A1 angekommen fahren wir weiter „true North“ in Richtung Danzig (Gdansk), um bei Torun abzufahren.

Torun

Die GoPro am Helm montiert verleitet dazu, „en passant“ Fotos zu machen. Und diese Gelegenheit wird reichlich genutzt.
Was wir noch nicht wissen ist, dass diese Fotos sehr unpräzise (ich umschreibe es mal so, und von Mücken auf der Linse sprechen wir jetzt auch nicht….. 😕 ) die Gegend und Objekte wiedergeben. Im Laufe der weiteren Fahrt mache ich mir auch meine Gedanken dazu und es wird die reichlich mitgenommene Smartphone Foto Phalanx öfter verwendet.
Hey, immerhin sind vor 8 Tagen die Datenroaming Grenzen in Europa gefallen, dass gehört genutzt. 😎

Aus der Entfernung nehmen wir die Altstadt wahr die sehr hübsch ist und zu einem Stop einlädt. Wir aber fahren weiter und folgen der Straße in die Hügel nördlich von Torun, um später in Richtung

Grudziadz

Grudziads abzubiegen und der Weichsel in Richtung Ostsee zu folgen.

 

Weiter geht es nach Norden über Sztum (wo wir vor der Sonne in den Schatten am  wunderhübschen See flüchten) um einer temporären Baustellen Sperre zu entkommen.

 

In Malbork (Marienburg) bleiben wir wieder stehen, um von gegenüber liegenden Flussufer diese enorme Ziegelburg zu betrachten und ein Gruppenfoto mit „Verneigung“ zu machen.

 

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Video-Link: https://youtu.be/RRuwzNo0w1o

Wir nutzen die Zeit, die bisherige Fahrt zu rekapitulieren und über eine Abweichung vom Plan zu sprechen.

Wie wäre es, wenn wir statt nach Elblag zuerst auf das polnische Haff fahren? Krynica Morska und bis zum Anschlag?

Die Idee findet Zustimmung und so fahren wir weiter nach Norden, um im Westen um das Haff herum zu fahren und gegen den Strom der polnischen Gäste das Haff anzusteuern.
Die Ortsnahmen klingen alle ein”gepolnischt” und ein späterer Blick in Wikipedia zeigt die deutsche Vergangenheit der Orte sehr deutlich.

 

Leider auch dabei: Sztutowo (Stuthof) ein ehem. Konzentrationslager (im Wald versteckt), dass als Muzeum an die damaligen Verbrechen erinnert. Tafeln entlang der Straße weisen auf das Museum hin.

 

 

Wir fahren die Straße bis zum Anschlag und berühren damit fast die Enklave Kaliningrad, dann drehen wir um.

Su möchte die Gelegenheit nutzen und die Nacht hier am Haff verbringen. So starten wir unsere Suche nach einem geeigneten Quartier.
Hotels hatten wir am Weg genug, aber ob wir in der Hauptsaison hier ein freies Zimmer bekommen?
Das erste Hotel am Rückweg ist Neptun, eine riesige Hotelanlage im Wald, wir fahren vor und parken direkt vor der Rezeption. Die Dame an der Rezeption dürfte entweder einen schlechten Tag haben, oder Motorradfahrer grundsätzlich verabscheuen, denn auf die freundliche Frage ob noch Zimmer verfügbar sind, kommt ein knappes „nie“, obwohl Booking.com noch freie Zimmer ausweist. Die Frage nach dem Zimmerpreis wird mit 2500 Zlt / 😯 Person angegeben, lol, da schlafen wir lieber im Freien.

Booking.com ist aber unser Freund und so finden wir ganze 2 km entfernt die Pension Lotus, die uns ein günstiges Zimmer für 3 Personen offeriert. Nicht ganz so geräumig wie das letzte Zimmer, aber mit Balkon zum Auslüften der verschwitzten Motorrad Kluft und genug Platz, um das Gepäck zu verstauen.
Sauber, trocken und gute Betten, was will frau mehr?

Der Tag ist jung, wir sind frisch geduscht, daher brechen wir noch zu einem Abendausflug zum Hafen auf, um die Fähren nach Fromborka (Frauenburg) und die Abfahrt eines Speedboats zu beobachten.

Die Brise vom See her ist kühl und so wandern wir zurück zur Strandpromenade die voller Touristen ist.
Auffällig sind die vielen Straßenverkäufer, die farbige Strähnen in Haare flechten. Damit ist eine Idee geboren!
Es beginnt leicht zu regnen, damit wird es Zeit sich ein Lokal zu suchen. Da wir an der See sind (und das gleich doppelt!  😉 ), gibt es für uns Binnenösterreicherinnen natürlich nur Fisch als potentielle Speise und wir treffen offensichtlich eine gute Wahl, der Fisch ist tadellos (auch noch am nächsten Tag 😉 )

Vom Lokal aus sehen wir dem bunten Treiben auf der Straße zu, zeitweise könnte frau glauben wir sitzen in Lignano, oder Rimini, so groß ist der Unterschied aus dieser Perspektive gar nicht.
Da die Regenpausen immer kürzer, und der Regen immer heftiger wird kehren wir am kürzesten Weg nach Hause zurück.

Nur ich schleiche mich bei Einbruch der Dämmerung (23 Uhr ! ) noch einmal hinaus, um die untergehende Sonne am Horizont zu fotografieren.
Die Ruhe, die das Ganze ausstrahlt steht im krassen Gegensatz zum hektischen Treiben unter Tags, es gefällt mir und ich bleibe noch ein wenig sitzen.
Der nächste Regenschauer treibt aber auch mich zurück ins Bett.

 

 

Wetter: sonnig und heiß (27°), am Abend Regen, in der Nacht kurzes Gewitter

Kein Update der 2. Gruppe, wo diese bereits sind, aber immerhin ein Lebenszeichen von Elsbeth 😉

 

Anreise Wima Rally 2017 Tag 1

Wohin fährt Theo? Und wohin fahren wir? Richtig! Nach Lodz!
Warum fahren wir dort hin? Die Wima-Rally 2017 findet in Estland statt, wir sind dabei und wollen am Weg dorthin so viele Eindrücke als möglich sammeln.

Die letzten Tage waren einfach nur noch Stress. Dienstreisen, Abnahmen ich hatte erst gestern Abend die Zeit zum Packen und mir für die kommenden Tagesabschnitte die Routenkarten im Detail auszudrucken.
Am Sonntag  hatte ich  auch noch das Tankschloss komplett ausgebaut und ein neues eingebaut, denn  das Aufsperren wurde immer schwieriger und in Estland ohne funktionierendes Tankschloss will ich auch nicht herumstehen.
Für die Verkleidung wurde eine fehlende Befestigungsniete endlich geliefert, aber hier war wenigstens die Montage ein Klacks. So, es kann nun wirklich losgehen.

 

Heute ist es noch kühl und die ersten Sonnenstrahlen blitzen durch die Baumwipfel, als ich mit meinem Hund eine letzte Abschiedsrunde durch den Park drehe.
Die nächsten 2 ½ Wochen wird sich der Rest der Familie um ihn kümmern  müssen, denn schon in 30 Minuten beginnt das große Abenteuer der Anreise zur Wima Rally 2017 in Estland.
Su und ich treffen sich wie üblich am grünen Berg, um dann gemeinsam nach Hochleithen zu fahren, wo auch Renate zu uns stoßen wird.
Su ist eine Minute nach mir am Treffpunkt, aufgetankt sind beide Maschinen, daher fahren wir auch gleich wieder weiter.
Unsere beiden Versys sind mit den Seitenkoffern und Tankrucksack bestückt und darüber hinaus mit Topcase bzw. Hecktasche noch um Stauraum erweitert.
Es ist jedes Mal die interessante Herausforderung, Wetter und Rahmenbedingungen abzuschätzen, und auf dieser Basis die tatsächlich benötigten Kleidungsstücke und Utensilien abzuschätzen. Hoffentlich liege ich mit meiner Auswahl richtig.

Meine Vorgehensweise war folgende:
Zuerst alles am Bett ausbreiten und gleich die unnötige Teile wieder entfernen. Dann die erst später, oder nur im Notfall, benutzte Gegenstände in den linken Seitenkoffer.
Das Gewand und regelmäßig genutzte Gegenstände in den leichter zugänglichen (rechten) Seitenkoffer. In die Hecktasche kommen normalerweise Schlafsack, Schlafmatte und sonstige Campingutensilien, aber diesmal: Die Flaggen für die nationalen Wima Präsidentinnen, sowie Sticker und Pins für die Teilnehmer der Rally. Auch unsere Flaggen für die Parade sind hier verstaut. Für den Rückweg werde ich sie für meine Souvenirs verwenden. Damit sie nicht leer zurückkehrt, die Ärmste 😉

In Hochleithen angekommen ist Renate schon da, sie hat tatsächlich die Duke 390 gewählt und so sitzt sie die nächsten 2500 km eingekeilt zwischen Tankrucksack, Hecktasche und Gepäckrolle auf den dünnen Sitz, bewundernswert so spartanisch zu reisen.
So bleibt es uns nur noch ein Foto von uns Drei hübschen zu machen und die Fahrt ins große Abenteuer beginnt.
Für die erste Etappe – ins polnische Lodz – beschränken wir uns rein auf Schnellstraßen und Autobahnen, lt. Plan ist es auch die längste Tagesetappe, mit ca. 650km sollten wir unser Ziel am Abend erreichen.

Das Wetter ist uns hold und so fahren wir ohne große Hindernisse über die A1 bis kurz vor Ostrava, wo wir das erste Mal tanken. In unserem Fall gibt die Duke die Tankabschnitte vor, die Versys schafft ja fast 400km bei gemäßigter Gangart und schneller sind wir nicht, bei Gruppenfahrten.
Natürlich nutzen wir diese Stopps auch für WC Besuche und wir tanken in solchen Fällen auch gleich mit.
Su und ich teilen sich immer eine Tanksäule, so alternieren wir die Zahlung und müssen nicht viel rechnen.
Der Grenzübergang zwischen CZ und PL ist die relativ neue Autobahn (Auch A1), offensichtlich wurde hier einfach durchgebaut, nur ein paar Schilder am Straßenrand weisen auf den Grenzübergang hin, und schon sind wir in Polen.
Auch hier geht es vorerst ohne besondere Vorkommnisse weiter, die Autobahn wird aber recht schnell zu einer Art Schnellstraße mit Ampelkreuzungen. Manchmal gelingt es, uns mit den beladenen Maschinen nach vorne zu schummeln, manchmal müssen wir einfach auf die Grünphasen warten, damit es wieder weiter geht.
In Czestochowa existiert noch keine Umfahrung (die ist gerade in Bau und verursacht damit noch mehr Stau), daher müssen wir uns mit den Automassen durch die Stadt quälen. Danach geht es noch eine Weile mit demselben Schnellstraßensystem weiter, bis sich plötzlich ab ca. Kamiensk wieder eine vollwertige Autobahn vor uns auftut.

Natürlich müssen wir auch wieder tanken und so füllen wir im „same procedure as every  tank stop“ wieder unsere Tanks auf.
Lodz! Lodz begegnet uns schon sehr viel früher als erwartet auf den Hinweisschildern. Schon nach Piotrkow kann über die S12, dann über die S8, die S91, und dazwischen gibt es noch kleinere Abfahrten, Lodz als Ziel erreicht werden?
Bitte, wie groß ist denn diese Stadt? Endlich kommt die erlösende Lodz Centrum Ausfahrt und diese nehmen wir, nur um beim ersten Kreisverkehr gleich falsch abzubiegen. Jetzt könnte frau vermuten, dass nach so vielen Abzweigungen nach Lodz, eine alternative Anfahrtsroute existiert. Dass war zumindest unsere Hoffnung, nach dem wir den Fehler bemerkt hatten, aber es hat fast 10km gedauert bis wieder eine Möglichkeit bestand, Richtung Lodz zu schwenken und Ziel auf unser Hotel zu nehmen.

Dieses hatten wir, auf Grund des guten Fortschritts schon am Nachmittag, unterwegs, mit Hilfe von booking.com, reserviert und wir wurden nicht enttäuscht. In einem adaptierten alten Fabrikgebäude untergebracht bietet das Hotel Focus neu eingerichtete Räume, die auch viel Platz zur Verfügung stellen, eine gut ausgebaute Wlan Infrastruktur (wichtig, um die daheim gebliebenen am Stand der Dinge zu halten), einen abgesperrten Parkplatz, Herz was willst Du mehr.

Die Rezeptionsdame war von der geballten Weiblichkeit in Motorradkluft und Gepäck ein wenig irritiert, aber sobald sie sich gefangen hatte ging alles problemlos von statten

Nach dem wir uns eingerichtet hatten  – Fotos vom Zimmer danach werden wohlweislich nicht abgebildet 🙄 – beschlossen wir per Straßenbahn ins Zentrum zu fahren, um auch ein wenig zu essen. Denn bis zu diesem Zeitpunkt waren Müsli Riegel unsere einzige Nahrung, die mit viel Flüssigkeit ergänzt wurde – natürlich Alkohol frei.

Das mit den Straßenbahnen in Lodz ist so eine Sache. Sie fahren regelmäßig, aber die Intervalle sind ca. 20 Minuten und unsere Straßenbahn war gerade davon gefahren. Kurzes beratschlagen, wir gehen.
Nun ist das im ehem. Ostblock aber so, dass die gefliesten Böden schon lange keine ebene Fläche darstellen, d.h. ein Fußmarsch bedeutet den Boden einer Stadt sehr gründlich kennen zu lernen, aber die restliche Stadt nur sehr schemenhaft, am Augenrand kennen zu lernen. Das verbessert sich aber, umso näher wir der liebevoll restaurierten Stadtmitte kommen. Vielleicht war es aber auch gut den Blick nicht allzu oft zu heben, der Rest von Lodz zeigt nur eine glorreiche Vergangenheit.  😉

Wima Rally 2017 Tour Tag 1Im Zentrum wechseln sich Straßenmusiker und Lokale in sehr kurzen Intervallen ab und so ist es für uns nicht allzu schwer ein Lokal zu finden, wo wir uns im Garten in der Fußgängerzone niederlassen und köstliches Shoarma speisen. Nicht unbedingt eine übliche polnische Mahlzeit, aber sie mundet vorzüglich. So lässt es sich angenehm reisen.

 

Den Rückweg ins Hotel zu finden ist einfacher als umgekehrt. Und wir entdecken noch weitere architektonische Highlights entlang des Weges.
Während Su und Renate noch die Hotelbar besuchen, ziehe ich mich aufs Zimmer zurück, um die Eindrücke des heutigen Tages auf mich wirken zu lassen und das Tagebuch mit den ersten beschriebenen Seiten zu füllen.

Die Gedanken schweifen auch zu unserer zweiten Truppe, bestehend aus CH und AT Wimas, die heute morgen ebenfalls vom Zentralbahnhof aus aufgebrochen sind. Wo sie in der Zwischenzeit gelandet sind?

 

 

 

 

Unsere Bildergalerie für Tag 1:

Estland Planung

Jäneda (ausgesprochen Joohhneda)

Dieser Ort liegt in Estland und ist das Ziel der diesjährigen Wima Rally.

Dorthin Fliegen?   Naah!   Mit dem Autoreisezug und der Fähre?  Naah!   Mit dem Auto?   Naah!

Die kürzeste Distanz zwischen Wien und Jäneda beträgt ca. 1650km, aber wo wäre der Spass und der Reiz, wenn wir die Strecke am schnellsten Weg bzw. mit einem anderen Verkehrsmittel einfach abspulen würden?

Denn, fährt frau primär Autobahn und Schnellstraße ist zwar in 3 Tagen die Strecke auch sicher erledigt, aber die polnischen und baltischen Straßen sind

  1. Noch nicht so weit, und
  2. Warum Länder durchqueren, wenn Land und Leute auf der Seite liegen bleiben?

Guter Rat ist daher teuer: Zu lange darf die Anreise nicht dauern, schließlich arbeiten wir noch alle und der Urlaub ist rar, auf der anderen Seite wollen wir auch Land und Leute kennen lernen.

Zu diesem Zweck haben sich Su, Renate und ich zusammengesetzt, um die verfügbaren Tage abzustimmen und dafür einen groben Plan der Nächtigungen festzulegen.
Ergänzt wurde der grobe Rahmen dann mit Sehenswürdigkeiten und Städten die für uns interessant sind und damit wurden die Route und Tage weiter verfeinert.
Ein wenig Spielraum wird für jeden Tag einkalkuliert, lieber zu früh, oder mit Zeitpuffer anreisen, als immer hinter dem Plan her zu hetzen.

 

 

 

Auf diesem Weg haben wir eine „kleine“ feine Route zusammengestellt, die uns über ca. 2400 km an unser Ziel in Estland bringt.

Am Weg liegen interessante Orte und Gegenden wie zB. Malbork, Masuren, Kryžių Kalnas, Gauja, Riga, und natürlich Jäneda.:-)

Estland selbst ist dann unser Thema für die Woche in Jäneda.

Mein Bericht zur Tour erfolgt natürlich im Anschluss daran.

IFRD 2017 mit Wima-Austria

Der IFRD (International Female Ride Day) ist die Erfindung einer kanadischen Motorradfahrerin, die Motorrad fahrende Frauen zusammen bringen wollte, und um damit ein Statement zu setzen.

Auch, wenn ihre Seite sehr kommerz lastig geworden ist, die Idee hat sich mittlerweile verselbstständig und weltweit nutzen Frauen Motorrad Vereine den ersten Samstag im Mai, für eine gemeinsame Ausfahrt und das Zusammenkommen.

Letztes Jahr waren Su und ich unterwegs, diesmal ist die Runde gleich auf 9 Fahrerinnen angewachsen, damit ist die Einigung auf ein Ziel entsprechend schwierig.

Hilfreich bei der Zielfindung war in diesem Fall Renate, die beim Seiberer Bergpreis eine Information über die Sonderausstellung MotorMaiden, im 1. Österreichischen Motorrad Museum, aufgeschnappt hatte.

So, das Ziel stand somit fest, die Routenplanung war relativ entspannt, die Tour kann los gehen.

Mein kleines Mißgeschick mit der gebrochenen Fußrastenaufhängung hatte Juniors SuMo ein neues Vorderrad (ein Metzeler M7RR) beschert, aber mit beinahe Null Milimeter Profil wollte ich doch nicht die Reise antreten.
Besorgt hatte ich ihn am Freitag bei Zweirad Pauer, der Wechsel war in 15 Minuten erledigt, die Qualität der Arbeit tadellos, der Preis naja….  😉
Ob der jungfräuliche Reifen hält was er verspricht?

Nun, 6. Mai, zeitig – so um ca. 9:00  😉  – war der erste Treffpunkt in Hütteldorf ausgemacht und pünktlich waren auch die anderen Mädls da.

Damit ging es weiter nach Untertullnerbach , wo der 2. Treffpunkt war, und auch dort waren, trotz Tankstop, alle Mädls rechtzeitig fertig, um um 9:30 aufzubrechen.

Los ging es durch das wunderhübsche Irenental, nach Tulln, wo wir unseren 3. Treffpunkt(!), für unsere nördlicheren Mitglieder, hatten.

Noch immer pünktlich wie die Schweizer Bahn  setzten wir uns wieder in Bewegung und fuhren am Wagram entlang bis Langenlois, um nach Norden entlang des Kamps weiter zu fahren.

Dann  fuhren wir  einfach den Rundungen des Kamps entlang nach Norden, bis Gars, dort bogen wir aber Richtung Sigmundsherberg ab und erreichten schon bald unser Ziel beim Motorrad Museum.

Auch Lily und Birigt waren (als Waldviertlerinnen) schon vor Ort und so konnten wir direkt mit dem Besuch der Sonerausstellung beginnen.

Ja, hätten wir, aber die JukeBox im Eingangsbereich forderte ihren Tribut und so wurden erst ein paar klassische Ohrwürmer freigeschaltet, bevor es tatsächlich an die kleine, aber feine Sonderausstellung ging.

Herr Ehn (der Museumsbesitzer) war mit gutem Wissen über die relevanten Epochen ausgestattet, über die Motorräder sowieso.  😉

Da Wima ihren Ursprung im US und britischen Raum hatte fehlte das auf seinem Radar, wir haben Ihm aber entsprechende Informationen dort gelassen. 😉

Nach dem Besuch des Museums ging es in den Nachbarort weiter zum  Landgasthof Surböck  wo uns die Wirtin im Garten ein wundervolles Ambiente und gute Küche zu sehr vernünftigen Preisen bot.

Solcherart ausgestattet mit Wissen über historische Motorräder, MotorMaiden in Österreichund gesättigt und mit Flüssigkeit versorgt wollten wir direttissima wieder zurück nach Wien.

Su hatte aber die bessere Idee und so fuhren wir weiter den Kamp entlang bis nach Zwettl und von dort ging es wieder nach Süden via Ottenschlag, Pöggstall und Weiten zur Donau, wo wir bei Melk querten und in die Wachau hinein fuhren. Um bei einer bekannten Jausenstation noch einmal Rast  zu machen und die wunderbare Sonne zu genießen.

Mittlerweile war es doch schon recht spät geworden, daher brachen wir recht bald auf, um via Dunkelsteiner Wald und die B1 wieder Wien näher zu kommen.

Meine Reserve Leuchte begann am Fuße des Riederbergs zu leuchten, aber die 15km bis kurz vor dem Ziel hielt der Tank auch noch durch.
Ein Hoch auf transparente Benzintanks! 🙂

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Video-Link: https://youtu.be/Nswu1Gvbflc

Und der Reifen? Der Metzeler M7RR? Werden sich aufmerksame LeserInnen noch fragen….

Ich muss sagen:

Noch nie hat mich ein Reifen von der ersten Minute an so beeindruckt.
Ganz große Klasse, er vermittelt ein super Gefühl in der Kurve und eine tolle Laufruhe auf der Geraden,  trotz der ansonsten hypernervösen Husaberg.  Junior kann sich über mein Geschenk wirklich freuen  😉

Im Regen habe ich ihn – Gott sei Dank – nicht getestet, aber wenn die Kritiken hier genau so stimmen, dann Hut ab…..

Zum Abschluss noch die gefahrene Route:

Saison Ende Tour mit Wima

Für den 9. Oktober war ein reines Wetterfiasko angesagt, niedrige Temperaturen (ca. 5°), Regen und Null Sonne.
Mit der niedrigen Temperatur hätten wir ja vielleicht leben können, aber Regen auch noch? Danke, wir sind dieses Jahr oft genug nass geworden  :-/

Also verschieben.

Optimistisch vereinbarten wir den 16. Oktober (sprich eine Woche später, aber die Prognosen für diesen Termin schauten am Dienstag noch sehr schlecht aus. Banges beobachten der Wettersituation stand auf dem Plan.

Um zumindestens die Vorbereitung abzuschließen wurde die Strecke ausgetüftelt, hohe Bergregionen wurden ausgeklammert, eine spätere Abfahrtszeit geplant.wima-saisonende-tour-2016
Feuchte Blätter in der Kurve? Nein danke! Es blieb feucht, es blieb kalt….., doch die Prognosen für das Wochenende zeigten einen Lichtschimmer (sic!)

Und von Tag zu Tag wurde es wirklich besser, wir konnten unser Glück gar nicht fassen! 🙂

img_20161016_102101Am Sonntag in der Früh war es dennoch trüb und grau, aber die Temperatur war “schon” bei 10°, als wir uns um 10:00 bei der Eni Tankstelle in Untertullnerbach trafen.

Noch alle volltanken und Ballast abwerfen und los ging es durch das Irenental Richtung Traismauer. Eine sehr gute Entscheidung. Unsere Überlegung war nämlich, zuerst ebene Regionen für die Anreise zu verwenden, damit wir der (nun langsam zwischen den Wolken hervorblitzenden) Sonne eine Chance zum Auftrocknen der Straßen geben konnten.

Im Irenental waren die Kurve noch sehr feucht und dank der zermalmten, vertreuten Blätter auch stellenweise recht schmierig. Ein richtiges, was wäre wenn, Training.

In Sieghartskirchen stieß noch Berti zu unserer kleinen Truppe uund so setzten wir zu fünft die Fahrt fort. (Dabei waren Su, Anneliese, Michi, Berti und Versya)

Die Fahrt bis Traismauer war naturgemäß ohne Highlights, doch die einsetzende Sonne sorgte für genug Wärme in uns.

Von Traismauer ging es weiter nach Mautern und von dort in den Dunkelsteiner Wald, mit all seinen kleinen Dörfern und Wegen, und ja, auch vielen Kurven, die sich bergauf, bergab in der Landschaft verteilen und uns zum ersten Mal zu einer flotten Gangart verleiteten.

Vor Loosdorf bogen wir in Richtung Melk ab, um über die Donaubrücke nach Weitenegg zu fahren. Dort, im Gasthof Gruber (malerisch an der Donau gelegen) stoppten wir, um unsere Mittagspause einzulegen.

Leider war der Gasthof sehr gut besucht und so entschlossen wir, um den Aufenthalt kurz zu halten, nur eine Getränkerunde einzulegen und dann die warme und sonnigen Terasse wieder zu verlassen, um weiter nach Norden zu fahren.

Gesagt getan: Nach “nur” 60 Minuten Pause in der Sonne brachen wir wieder auf, um im Weitental nach Norden zu fahren. Fast bereuten wir unseren Entschluss, denn ein dunkelgrauer Wolkenmoloch befand sich genau in unserer Fahrtrichtung. Doch, so schnell er auch erschienen war, so schnell war er auch wieder über den Jauerling abgezogen.

Und so setzten wir unsere kurvenreiche Fahrt bergauf weiter fort. vlcsnap-2016-10-16-21h02m00s019So markante Orte wie Schneeberg und Himberg standen auf unserer Route. Kurz: Hier sagen sich Füchse normalerweise schon früh gute Nacht.  😉

Umso fantastischer war die Strecke, vlcsnap-2016-10-16-20h44m59s042 vlcsnap-2016-10-16-20h47m38s023 vlcsnap-2016-10-16-20h43m42s255 und der Autoverkehr war praktisch nicht existent.

Es war wohl eine Stunde später, als wir in Himberg ankamen und dort einen Gasthof mit aktueller Wildwoche erspähten. Es standen zwar auch hier genug Autos vor der Türe, in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit, gingen wir jedoch optimistisch vor Anker.

Der Gasthof war sehr gut gefüllt, aber es gab auch noch ausreichend Platz für uns, und so konnten wir ein tadelloses Essen, quer über die Speisekarte, zu uns nehmen.img_20161016_141750

img_20161016_150737_edit Gruppenbild mit Mann 😉

Solcherart gestärkt machten wir uns frohgemut auf in Richtung Donau.

Das schöne bei der Anreise via Waldviertel ist, dass die Donau kurzfristig auftaucht und so ein wunderbarer Ausblick von obeen möglich ist.
So war es auch bei uns, und wir nutzten einen Parkplatz am Seiber, um diesen fantastischen Ausblick zu genießen.

Der Anblick war atemberaubend schön und wir mussten uns zwingen endlich wieder aufzubrechen und die geschwungene Fahrt durch die Weinberge bergab fortzustzen.

In Weissenkirchen selbst warteten wir auf die Fähre, um uns nobel über den Strom tragen zu lassen, immerhin hatten wir vor, Dürnstein in seiner Pracht zu genießen. Auch führte auf der anderen Seite der nächste Abschnitt unserer Fahrt nach Herzogenburg. Und da doch lieber über die Hügel.

Der Weg bis kurz nach Göttweig brachte uns wieder durch den Dunkelsteiner Wald, der Rest der Etappe verlief dafür relativ unspektakulär und zwischendurch gab es die Möglichkeit zu tanken.

Hinter Böheimkirchen ging es Stück für Stück in das Voralpengebiet hinein. Da es aber schon relativ spät war, wurde es nur ein kleiner Bogen, der uns via Laaben, Gruberau und Wolfsgraben, wieder an unserem Ausgangspunkt in Unter Tullnerbach zurück gebracht hat.

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Video-Link: https://youtu.be/gLIKtRsYIVg

In Summe ca. 250km, viel Sonne, viele Kurven und Kehren.
Viel Spass und etwas von dem sich in den kommenden Monaten zehren lässt.  🙂

WDD

Es gibt so viele Geschichten über das Weinviertel, WIMA-Austria hat beschlossen eine weitere hinzuzufügen. Wie das geht?WDD
Natürlich mit einer Motorrad Ausfahrt!
Da Abkürzungen hipp sind, haben wir unsere Ausfahrt mit WDD abgekürzt.
WDD?
Ja! Das kann nämlich für Weinviertel Duke Duett, aber auch WIMA Duke Duett stehen  😉 und passt daher perfekt!
Eigentlich hätten wir ja 3 Duke 390 in der Wima, dh. für ein WDT (WIMA Duke Triple) müssen wir auch noch unbedingt eine Gelegenheit finden!

Warum Weinviertel? Also ich fahre grundsätzlich nur ohne Blut im Alkohol, deshalb mag die Tourwahl vielleicht unpassend erscheinen, aber da Nina – unser aktueller prospect – im Norden von Wien wohnt,
und ich das Weinviertel von meinen Enduro Touren her kenne, war ein Ausflug nach Norden die logische Konsequenz.

LeiserUnsere Tour startete am Freitag Nachmittag am Nordrand von Wien und führte uns durch Teile des Kreuttals und über die Serpentinen der Leisser Berge bis an den
Galgenberg in Wildendürnbach (NÖ schönste Kellergasse! Komischerweise ohne Bach im Ort? IMG_20160819_172106014_HDRAber wahrscheinlich ist der ausgetrocknet, deshalb wohl Dürn?  😉 )

 

 

Von dort ging es weiter nach Laa/Thaya wo wir am Hauptplatz die Sicht auf das hübsche Rathaus und unser Eis auskosteten.
IMG_20160819_174659347_HDR Ausgeruht ging es dann standesgemäß vorbei am KTM Händler Kaudela in Unterstinkenbrunn, via Stronsdorf, Nursch, Maisbirbaum, Niederhollabrunn nach Korneuburg, wo sich unsere Wege wieder trennten.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=9FImjiqhjU4

Die ganze Strecke wurde begleitet von den Hügeln des Weinviertels, mit Wegen zwischen Sonnenblumen und Kukuruz Feldern und ja, auch einem Weinberg ab und zu.IMG_20160821_154308635 IMG_20160821_153604743 IMG_20160821_153436695 IMG_20160821_151855485
Zur Abkühlung, wobei das Wetter war nie unangenehm heiß, auch kühle Waldstrecken.  Also ein durchaus empfehlenswerter Strecken-Mix.
Das Wetter war umso mehr erstaunlich, als mich beim Wegfahren im Süden von Wien wirklich tief schwarze Wolken verunsichert hatten, aber meine Regen App hatte recht, auf unserer Route gab es nie auch nur die Gefahr eines Regenschauers.

Da wir bevorzugt niederrangige Straßen gewählt hatten war auch wenig Verkehr im Weg und so konnten wir relativ ungestört unsere eigene Geschwindigkeit fahren.
Damit konnt auch Nina das Tempo gut halten, obwohl für Sie die Strecke komplett neu war. Eine gut gelungene 4 Stunden Bewährungsprobe!

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