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So, da stehen wir nun:
- 1 Transporter mit defektem Ladeluftkühler, also ohne Turbo – und etwa 1.000 km Rückweg vor uns
- 1 Motorrad, das nicht mehr starten will
- 1 Motorrad mit defekten Kupplungsbelägen
Wie gesagt: Werkzeug hätten wir mehr als genug dabei. Hey, warum verreist man ansonsten mit einem Transporter?
Aber die wesentlichen Teile, um auch tatsächlich eine Reparatur durchführen zu können, fehlen uns bedauerlicherweise. Teile kaufen würden wir gerne, aber es gibt sie nicht. Weder in Gap noch in Turin sind die KTM-Teile, die wir benötigen, lagernd.
Damit sind Plan A und Plan B eigentlich schon gescheitert.
Gottlob haben wir aber noch so etwas Ähnliches wie einen Joker im Ärmel.
Und der nennt sich: Tataaaa – Diagnosegerät!

„Diagnosegerät?“, werdet ihr euch jetzt fragen.
Ja, denn damit kann beim Transporter nicht nur der Fehler ausgelesen, sondern auch gelöscht werden.
„Aha, und was hilft das, wenn der Turbo nicht funktioniert?“, werdet ihr jetzt sagen.
Es hilft insofern, als der Transporter auch ohne Turbo noch genug Kraft hat, um die wesentlichen Strecken zügig genug zurückzulegen. Im Fehlermodus ist er allerdings nur noch eine lahme Schnecke. So kommen wir nie nach Hause.
Die Herausforderung besteht also darin, den Turbo nie über etwa 3.000 U/min zu treiben. Denn ab diesem Punkt wird der Ladedruck so hoch, dass die Sensoren anschlagen und erneut den Fehlermodus aktivieren.
Also laden wir den Transporter ein, verstauen natürlich auch die beiden Motorräder darin und machen uns auf den überwiegend über Autobahnen führenden Rückweg nach Wien.
Ganze fünfmal wird es notwendig sein, den Fehler während der Fahrt – quasi „im Flug“ – zu resetten.
Und so schaffen wir es tatsächlich nach Hause.
Dort wartet bereits ein neuer Ladeluftkühler darauf, eingebaut zu werden.
Und auch die Motorräder kommen in den Genuss eines Komplettservices, was nach dieser Fahrt definitiv notwendig ist.








Unser Resümee
Der TET Italien kann was!
Die Strecke bietet eine fantastische Mischung aus Landschaft, technischen Passagen, Schotterwegen und immer wieder überraschenden Herausforderungen.
Leider werden immer mehr Passagen von den Anliegergemeinden gesperrt oder eingeschränkt. Das ist sehr bedauerlich, denn gerade diese Kombination aus legal befahrbaren Wegen, abgelegenen Landschaften und dem Erkunden neuer Regionen macht für uns den Reiz des TET aus.
Trotz aller Umwege, Schneefelder, defekten Fahrzeuge und ungeplanten Reparaturen bleibt am Ende vor allem eines:
Eine Menge Erlebnisse, Geschichten und Erinnerungen, die man so wahrscheinlich auf keiner normalen Urlaubsreise sammeln würde.
Und genau dafür fährt man Enduro. 😉


