Tag des Wassers

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D.A.CH – Tag 2

Frühstück  um 8:00, der ganze Saal gehört uns.

Was wir gestern schon feststellen durften: Das Hotel und der Festsaal sind definitiv in der Lage auch eine größere DACH Gruppe zu beherbergen. Die ganze Wirtsfamilie ist aus Estland, denen unsere Estland Sticker auf den Koffern nicht unbemerkt geblieben sind.
Dass einzig lästige sind die „getunten“ Mopeds der Jugendlichen, die in der Pizzeria ein eigenes Hinterstübchen haben, und laufend mit Gashahn am Anschlag kommen und gehen. Ich glaube Wespen, hat Elsbeth sie genannt.
Unter dem Aspekt der aktuellen Lärmbeschränkungen (95dB Standgeräusch Verbote in Tirol) haben wir ja aus Protest unser Quartier von Tirol nach Kärnten verschoben. Die Frage ist nur, wie lange sind die anderen Bundesländer für uns Motorradfahrerinnen offen?
Es ist ja immer das gleiche: Ein paar schwarze Schafe können einer ganzen Gruppe schaden. Und das in mehrfacher Sicht.

Zurück zum Frühstück: Es gibt eine gute Auswahl, viele sehr süße Dinge – hier schlägt wohl Estland mit seinen deftigen Speisen durch – aber zB. Der Rhabarber – Gries – Pudding – Kuchen ist empfehlenswert. Stau gibt es eigentlich nur vor der Kaffeemaschine, Tee ist naturgemäß Stau fei zu bekommen.

Unser Aufbruch war um 9:00 geplant, aber tatsächlich kommen wir erst ab ca. 9:30 auf unsere Motorräder. Damit wäre für Karin Zeit gewesen auch direkt anzureisen. Aber, da sie gestern Abend zu uns gestoßen ist, hat sie spontan entschlossen gleich im Hotel zu übernachten und uns heute zu begleiten. Wir machen uns nun auf den Weg. Die schönere, aber längere Strecke durch das Mölltal wird gewählt, dann Lienz durchquert und die Pustertaler Höhenstraße erklommen.

Diese zeichnet sich durch ihre schmalen Wege entlang des steilen Berghangs aus. Immer mit einem Blick in den „Abgrund“ des Pustertals und die gegenüber liegenden Hänge der Gailtaler Alpen.

Knapp vor der Itaienischen Grenze, vor Silian, biegen wir in das Lesachtal ein, überholen ein paar bummelnde Touristen auf den ersten Kehren zum Einstieg in das Tal und genießen die Sicht auf die Nordflanke der Dolomiten und die kleinen Häuschen im Tal.

So fahren wir bis Maria Luggeg, wo wir einen schattigen Platz in einem Gasthof, unterhalb der malerischen Wallfahrtskirche, finden. Wir essen nur eine Kleinigkeit, Trinken etwas und weiter geht die kurvenreiche Fahrt über die Windische Höhe (hier mit ein paar Regentropfen), am Abzweiger zum Weissensee vorbei und bei der nächsten Gelegenheit wird dann getankt.
Da noch Tag übrig ist, beschließen wir am Hotel vorbei zu fahren und bis zum Ende des Maltatals zur mautpflichtigen Kölbreinsperre zu fahren.
Vor der Ampel des ersten Tunnels hat sich schon eine Schlange gebildet, natürlich fahren wir nach vorne und warten dort auf grün.
Als die Ampel auf gelb kippt, schlängelt sich doch tatsächlich ein einheimischer Superduke Fahrer an mir vorbei nach vorne. Na, mehr hat er nicht gebraucht!
Bis zum letzten Tunnel hetze ich ihn durch die Kehren. Ich bin dabei so konzentriert, dass ich gar nicht bemerke, dass da noch ein zweiter 790er Duke Fahrer, ebenfalls hier mitspielt  😉
Für den letzten Kilometer würde mich der Fahrer der Superduke sogar vorlassen, aber ich lehne dankend ab und warte auf den Rest der Truppe.
Merke, unterschätze nie das Voodoo einer Versys: likes curvy roads, maaan.

Wir parken uns direkt vor der imposanten Staumauer, lassen die Drohne ein wenig fliegen und trauen uns sogar auf die Gitterplattform, die in ca. 200m Höhe aus der Staumauer herausragt. Erstaunlicherweise kommt gar kein Schwindelgefühl auf, die Höhe dürfte schon zu abstrakt sein.

Wir machen viele Fotos, nutzen auch den Selfieautomat und fahren wieder hinunter ins Tal nach Gmünd. Gut zu wissen, dass der Damm mit seinen 200 Millionen m³ Wasser, gut überwacht ist, wir schlafen ja genau dort, wo bei einem Dammbruch die Wassermassen durchfließen würden.

In Gmünd geht es zur Tankstelle. Durchschnittsverbrauch auf den heutigen 330km unter 4l!
Also zu viel gebummelt  😉

Der Abend klingt in der Runde aus,
Da Renate lernen möchte, wie sie ihre Kette nachspannen kann, starten wir mit dem Training. Und, natürlich fängt es mittendrin zum Regnen an, aber wir machen es klarerweise fertig. Danach Duschen und den Abend in der Runde genießen. Die Dorfjugend feiert wieder.

Wetter 16-20°  Sonne, kurz Regentropfen

Strecke: 330km

Verkehr mäßig

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Video-Link: https://youtu.be/SveBOeREBQo

2 Kommentare

  1. Die Wespen (wie wir die 2 Takter liebevoll genannt haben) waren aufgrund ihrer Konfiguration mit leeren, bzw. modifizierter Auspuffanlage jenseits von Gut und Böse. Und das stetige kommen und abfahren mit Vollgas (ich vermute, weil Kettenrad auch modifiziert) der Buben war auf Dauer lästig, aber wahrscheinlich werden wir auch nur alt. 😉
    Die Gitterplattform, war tatsächlich nicht abschreckend und die Höhe irgendwie unreal, da schrecken mich 20m Höhe mehr.
    Es ist immer ein Vorteil ein Motorrad 10 Jahre zu fahren. Es ist damit klar, was es kann, und wo es aufhört zu funktionieren. Leute die alle 2-3 Jahre ihr Motorrad tauschen haben vielleicht immer die neueste Technologie und elektronischen Gimmicks an Bord, aber sie haben keine Zeit in guten und schlechten Wetter mit der Maschine zusammen zu wachsen.
    Das war ja schon beim sehr feucht-kühlen Bewerb zum besten Motorradfahrenden 2018 auffällig. Unter den Top 10 waren eigentlich keine neuen Maschinen.
    Ja die Beiträge auf der WIMA Seite sind bunter geworden, und das ist ja kein Fehler.
    Weil Du Wege geschrieben hast, ich habe den Beitrag nun auch um Video und Route ergänzt. Wär ja schad gewesen, das nicht dabei zu haben. 😉

  2. Ach, da ist nun doch mehr Info vorhanden, als auf der Mädchenseite 😉 …
    Obwohl ich mich freue, daß sich dort mehr tut und es mich nix angeht, doch die Idee, daß mehr Mitglieder dort schreiben und dadurch die Stile verschieden sind, halte ich für eine sehr bekömmliche, wir reden ja auch alle verschieden – frau kann sich auch durch einen Fotobeitrag aus der Kommentierflaute ziehen, wie mann sah 😉 – und Übung beim Schreiben ist alles … oder Olporeisen lesen und sich anstecken lassen mit dem Erzählgen … *kicher*
    Wenn ich deine Jagdszenen lese (ich habs ja gewußt :-!), frage ich mich unwillkürlich, ob ich dich bei unserem Ausflug zu dieser Benefizsache in Bruck trotz gegenteiliger Äußerung nicht doch aufgehalten hab, weil ich doch die pace machen sollte … aber gut: das ist schon ein paar Jahre her und man lernt ja dazu und angeblich trifft das auch auf Frauen zu, vielleicht warst du damals noch nicht so weit, zu meinem Glück … 😉
    Was mir schon bei der KLE aufgefallen ist: wenns sportlich wird, stinkt der Eintopfzerknalltreibling gegen einen Zweizylinder doch ab; zumindest bei denen von Kawa…
    Es freut mich, daß ich bei eurer Anreise ev zu einigen angenehm zu fahrenden Streckenvarianten beitragen konnte, welche dein Navi damals mitgeschnitten hat (?), die ich im Video zu erkennen glaubte … aber die Straßen gab es natürlich schon, bevor ich selbst sie erstmals befuhr und ichhab meinerseits auf der Mädchenseite welche im Umkreis von Zwettl kennengelernt (wenn ich sie nicht schon einmal bei NachDerNaseFahrten gefahren bin) 😉
    Gitterplattform ? Neverever ! Das ist ja wie kurz vorm Absprung beim Bungee – nur permanent… Brrr…
    Die Zweitakter der Buberln hätten mich wahrscheinlich wenig gestört und Esten als Gastwirte in Kärnten finde ich gleichermaßen kurios wie auch interessant … 😉 – hoffentlich sind sie integriert, weil Kärnten ist da etwas speziell…
    Schöne, farbige Erzählung.

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