TET Italien 2.1 – Das Rennen

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Tag 3: Der erste richtige TET-Tag – von Savona via Enduro-Rennen bis zur Via Alta del Sale

Am nächsten Morgen begann unser TET-Abenteuer richtig. Wir starteten früh in Ormea, fuhren über die Straße nach Savona – direkt ans Mittelmeer.
Unter den Palmen, nur wenige Meter über den Sonnenschirmen der Strandbesucher, stoppten wir unsere Motorräder, machten ein paar Startfotos und wichen dabei den Müllfahrzeugen aus, die schon in den frühen Morgenstunden die Promenade säuberten. Dann machten wir kehrt und der TET startete für uns – erneut, diesmal in der richtigen Richtung, nicht so wie letztes Jahr, wo wir von Ost nach West unterwegs waren.

In Altare bogen wir auf die kleinen, engen Straßen ab, die uns tief in die Berge führten. Hier begann unser echtes TET-Erlebnis: 80 Kilometer Waldwege über Hügel mit atemberaubenden Ausblicken, durch dichte Wälder, auf steilen Schotterpisten mit Wurzeln und losem Gestein.
Mal lag der Weg in sonnigem Licht, mal verschwand er im dichten Nebel, der uns die Sicht auf die umliegenden Gipfel nahm.

Zurück auf der Straße durchquerten wir Ormea und fuhren darauf weiter bis Ponte di Nava.
kurz danach startete wieder der Offroad Teil.
Dieser führte uns stetig bergauf in Richtung des Colle del Garezzo.
Irgendwann kamen wir bergab an eine T-Kreuzung, und stellten überrascht fest, dass hier -bisher ungewöhnlich – viele Endurofahrer*innen (von Hard bis Groß) unterwegs waren. Wie es ausschaut sind wir durch Zufall in eine Enduro Veranstaltung oder eine riesige Ausflugsgruppe gestolpert!
Durch Zufall bewegten sie sich in unsere Richtung, also schlossen wir uns an und fuhren im Tempo mit (oder auch ein wenig schneller, denn Staub schlucken war angesagt). Als wir einen Fotograf am Wegesrand stehen sahen, und spätestens beim Einlangen oben am Pass selbst, wurde es klar – wir waren in ein Rennen geraten. Oben warteten Dutzende Enduros (mit Nummern) darauf, dass die Strecke freigegeben und sie in die andere Richtung fahren konnten. Von ihnen erhielten wir auch den Link zum Fotografen, der uns tatsächlich auch geknipst hatte.

Wir fuhren weiter über steinige Strecken , imemr der Grenze zwischen Frankreich und Italien folgend.
Die Unsicherheit über die Öffnungszeiten der Alta Via del Sale am nächsten Tag trieb uns voran.
Im Internet hatte es Hinweise auf Zeitslots gegeben, doch das Wetter ließ keine klare Planung zu, und wir waren noch zum Beginn der Saison unterwegs.
Also beschlossen wir, bis zur Einfahrt der berühmten Salzstraße zu fahren, und es vor Ort zu klären.

Die letzten Kilometer waren besonders anspruchsvoll: extrem steil, mit großen Schotterpassagen übersät.
Wir fragten uns ernsthaft, ob wir es bei diesem Tempo noch schaffen würden. Doch dann traf ein Italiener auf uns – er sprach weder Deutsch noch Englisch, aber wir immerhin genug Italienisch, um uns so weit zu verständigen, dass es nur noch etwa 10 Kilometer bis zur Passhöhe und nur noch 2–3 Kilometer dieses schrecklichen Abschnitts wären.
Mit neuer Kraft fuhren wir weiter bergauf, bis der Weg tatsächlich besser wurde.


An der Einfahrt zur Alta Via del Sale bestätigte ein Kalender, dass die Straße morgen geöffnet war. Erleichtert kehrten wir um und fuhren zuerst über eine lose und relativ steile Schotterstraße hinunter ins Tal bis wir auf Asphalt kamen und von dort via Upega zurück nach Ormea fuhren (ca 30min).

Die letzten Meter zum Hotel wurden zum Wettlauf gegen die Zeit.
Die Wolken, die uns den ganzen Tag als Nebel begleitet hatten, begannen, die ersten Tropfen abzugeben. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir den Parkplatz, als ein heftiger Starkregen einsetzte. Wir schafften es so noch einigermaßen trocken ins Haus.

Das Abendessen war ein Genuss: Ich hatte grüne Linguini mit Sauce und Steinpilzen, Junior Gnochi mit Fleischsauce – beides hervorragend.
Die Bedienung war freundlich, das Hotel hoch oben am Berg fast leer. Wir waren aber auch noch sehr früh in der Saison unterwegs.

Müde von der langen Fahrt gingen wir schlafen, während der Regen gegen die Fenster prasselte.

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