TET Italien 2.0 (2026)

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TET Italien 2026: Die ersten beiden Tage


Tag 1: Von Österreich nach Oulx – und ein Transporter, der nicht mitspielen wollte

Im letzten Jahr hatten wir den TET Italien von Ost nach West durchfahren, bis auf Höhe von Bergamo. Dann stoppten uns Unwetter, und wir kehrten um – mit dem festen Vorsatz, es 2026 noch einmal zu versuchen.

Diesmal starteten wir mit beladenem Transporter, den Motorrädern und der gesamten Ausrüstung. Die Fahrt führte uns über die Autobahn durch den Süden Österreichs, dann die ganze Po-Ebene entlang bis Turin und weiter. Die Landschaft wurde immer enger, die Berge am Horizont immer schärfer und höher. Doch auf den letzten Kilometern verlor der Transporter plötzlich an Leistung. Ein Zischen aus dem Motorraum, ein mitgebrachtes KFZ-Diagnosegerät, das den Ladeluftkühlregler verdächtigte – wahrscheinlich ein Leck. Wir erreicht Oulx, einen kleinen Ort in den italienischen Alpen, gerade noch mit letzter Kraft.

Oulx liegt eingebettet in eine atemberaubende Bergkulisse: schroffe Gipfel, tiefgrüne Täler und eine Hitze, die sich bereits jetzt unerbittlich in die Haut brannte. Wir erkundeten den Ort, aßen in einer Pizzeria in der Nähe unseres Hotels und gingen früh schlafen. Der nächste Tag versprach eine lange Fahrt über Asphaltstraßen – mit einem großen Teil auf französischer Seite, Richtung Savona.


Tag 2: Die Route des Grandes Alpes und der Wechsel nach Italien

Am nächsten Morgen war der Transporter schnell vergessen. Die Motorräder standen bereit, die Motoren sprangen an – und plötzlich war alles andere unwichtig. Wir fuhren Richtung Grenze, passierten Pordenone und erreichten Briançon, das Tor zu den hohen Alpen. Von hier aus folgten wir der Route des Grandes Alpes, einer der spektakulärsten Straßen für Motorradfahrer. Die Landschaft war überwältigend: schneebedeckte Gipfel in der Ferne, grüne Almen, enge Serpentinen, die sich durch die Felsen schlängelten. Die Hitze begleitete uns unerbittlich, doch sie konnte die Freude am Fahren nicht mindern.

Wir erreichten den Col de Bonette, einen der höchsten Passübergänge der Alpen, und fuhren weiter Richtung Süden. Eigentlich hatten wir vor, über den Col de Tende nach Italien zu wechseln. Doch die Hitze und die ersten Anzeichen von Verschleiß an den Stollenreifen – eine deutliche Warnung, es auf dem Asphalt nicht zu übertreiben – ließen uns umdenken. Stattdessen wählten wir den Col de la Lombarde, einen weniger frequentierten, aber nicht weniger beeindruckenden Pass. Die Abfahrt auf die italienische Seite war ein Erlebnis: die Straße wand sich durch enge Täler, vorbei an steilen Felswänden und über Brücken, die sich über reißende Gebirgsbäche spannten.

Nach etwa 600 Kilometern im Zickzack über Berge, durch Täler und um die Massive herum erreichten wir Ormea, einen Ort, der sich tief in den Ligurischen Alpen verbirgt. Doch das war noch nicht das Ende. Unser Hotel lag weiter oben, und so ging es noch einmal bergauf – gerade noch rechtzeitig, bevor der Regen einsetzte. Die Aussicht vom Zimmer war grandios: weite Täler, viele Gipfel (von denen wir wußten, dass sie morgen den TET für uns bereit hielten) und ein Himmel, der sich langsam mit Wolken füllte. Das Abendessen war perfekt, und so endete der zweite Tag mit dem Gefühl, genau dort zu sein, wo wir sein wollten.

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