Versya

Mein schräges Leben

Schlagwort: Admont

Unfall sei dank

Immer wieder werden wir mit den Gefahren des Motorradfahrens konfrontiert:

Ein Autofahrer der uns übersieht, eine Ölpfütze im Kreisverkehr, Streusplit in der verdeckten Kurve, ein Sturz beim Enduro fahren.

Und wir probieren uns dagegen zu schützen: Schutzkleidung, Fahrsicherheitstrainings, bessere Reifen, hohe Aufmerksamkeit …

Aber manchmal, manchmal hilft auch das alles nicht und eine kleine Schrecksekunde später liegen wir da…..

Im besten Fall haben wir ein paar blaue Flecken, ein lädiertes Gewand, verbogene oder zerkratzte Teile am Motorrad und das war es schon.
Schnell aufspringen, Motorrad hochhieven und weiter geht es…

Aber leider, leider geht die Geschichte nicht immer so glimpflich aus und dann kann frau nur dankbar sein, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist.

So auch bei einer der letzten  Ausfahrten von 2 Wima Frauen in die Steirischen Flecken, rund um Admont, wo es zum verhängnisvollen Sturz eines unserer jüngsten Mitglieder (P.) gekommen ist. Diesmal leider nicht so glimpflich, den ihr Sprunggelenk wurde durch das darauf fallende Motorrad gebrochen.

Die Erstversorgung verlief vorbildlich, dennoch musste sie für ca. 2 Wochen ins Spital in Bruck an der Mur und das Prozedere Gips, Operation, Gips, sowie noch viele Tage im Krankenstand folgten bzw. folgen noch.

Nun, so ein Spitalsaufenthalt ist ja nicht prickelnd. Überhaupt dann, wenn draußen zum ersten Mal die Motorradsonne aufgeht.

Auch die skurrilen Unfälle der anderen  Zimmergenossinnen konnten nicht über die einziehende Fadheit hinweg helfen.

Um die Stimmung zumindest ein wenig zu heben, haben Su und ich beschlossen das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden und per Motorrad zum Krankenbesuch aufzubrechen.

Die Wettervorhersage war durchwachsen, aber auch nicht schlecht, wir trafen uns daher schon früh in Altmannsdorf, um vom dort, per Südautobahn bis Mürzzuschlag, zu starten.

Ab Mürzzuschlag ging es dann via Mürzsteg, über den Niederalpl – mit seinen schönen Schwüngen, Seeberg Sattel – große dunkle Wolken und richtig kalt, sicherheitshalber schlüpfen wir in die Regenmonturen, weiter über Aflenz, nach St. Katharein – über eine unbefestigte und mit kleinen Kehren ausgestatteten Straße (Neuentdeckung!) nach Bruck an der Mur in das LKH, um dort unsere liebe P.  zu besuchen.

Die Operation ist nun schon 2 Tage her, und der Bewegungsdrang – Liegegips! – grenzenlos. Kurz entschlossen packen wir einen Rollstuhl und schieben sie ins freie  🙂

Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, ihr Motorrad das nun schon in Wien angekommen ist, und den weiteren Verlauf der Behandlung und die weitere Genesung. So vergeht der frühe Nachmittag recht flott. Als dann anderer Besuch eintrudelt verabschieden wir uns und brechen wieder auf nach Wien.

 

Der Tag ist jung, die Autobahn kein Anreiz, das Wetter etwas besser geworden – also optimale Voraussetzungen fürs Motorrad fahren.
Daher beschließen wir, die Gelegenheit zu nutzen und brechen via Teichalm,  Birkfeld, Feistritzsattel, Gloggnitz, Reichenau, Schwarzau, Hainfeld, Klausen-Leopoldsdorf, den Rückweg nach Wien an.

Die Fahrt verläuft in wunderbaren Wetter, beinahe leeren Straßen (in unserer Fahrtrichtung) und die Gegend lädt immer wieder zu kleinen Stops ein. Wir hätten einen Picknick Korb mitnehmen sollen!  😉

P. geht es mittlerweile besser, sie hat auch schon das Spital verlassen und ist am Weg der Besserung.

Schwarz & Weiß

M. und ich planen schon seit der WIMA Weinstraßentour  einen gemeinsamen Ausflug.

Einfach war das Finden eines gemeinsamen Termins nicht.
Aber! Und das ist ein ganz großes ABER! In der Zwischenzeit ist sie ebenfalls Besitzerin einer schmucken Versys in Weiß und damit musste endlich ein Termin her, um unsere beiden Fahrzeuge endlich auf einer würdigen Strecke auszukosten.

So wurde die WIMA Black&White Tour geboren.

Black&White deshalb, weil unsere Motorräder genau diese Farben haben. Natürlich musste auch die restliche Gewandung dazu abgestimmt werden, und voilá!

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Video-Link: https://youtu.be/IK7aUdxC8GM

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buw11Pünktlich um 9:30 trafen wir uns, nach der jeweiligen Anreise, in Krems und nach dem obligaten Tankstop ging es über den Dunkelsteiner Wald und Loosdorf hinein in die Voralpen.

Die weiteren Punkte waren Mank, Wastl/Wald, Scheibbs, Puchenstuben, Erlaufsee, Göstling, Weyer, St. Gallen und als finales Ziel Admont.

buw10Eigentlich war diese Etappe ohne längeren Stop geplant, aber die liebe Rennleitung  war da einer anderen Meinung. Kurz vor Mitterbach fuhren wir in ein Motorrad Planquadrat und durften uns dort die Beine vertreten und etwas trinken während wir die Amtshandlung bzgl. Kennzeichentafeln, Auspuffmanipulationen und Reifenprofiltiefen beobachteten.

 

Endlich waren auch wir an der Reihe, wurden aber im kurzen Weg abgefertigt.
Natürlich ohne jede Beanstandung!
Wozu denn Tuning, wo doch die Versys anscheinend schon serienmäßig für die österreichischen Straßen gebaut wurde?  😉

Unterwegs trafen wir auf Massen von anderen Motorradfahrern und –Gruppen, und so ergab es sich, dass wir – wie im Reitwagen Jargon bezeichnet – viele MotorradfahrerInnen richten konnten.  🙂

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Falls ich richtig mitgezählt habe, passierte es uns im Gegenzug nur 1 mal, und zwar im Regen am Josefsberg:
Ein Duett aus W und BA überholte uns bergab – und die vor uns, in der Kehre angesammelte Autokolonne – trotz Gegenverkehr. Ok, auf diese Form von Richten kann sogar ich verzichten.

Aber, weiter mit unserer Fahrt:

In Admont angekommen waren die Gasthäuser von Motorradfahrern aus allen Regionen Österreichs schon gut gefüllt, wir suchten uns daher ein etwas abseits stehendes Lokal, leider ohne Gastgarten, aber da es – unerwartet – kurz darauf heftig zu regnen begann, die richtige Wahl.

Wir nutzten den Regen, um etwas zu essen und viel zu plaudern. Aber nach einiger Zeit wollten wir uns doch wieder auf den Rückweg machen und so zogen wir uns das Regengewand an und fuhren los in Richtung Gesäuse. Durch den Regen war die schon etwas ramponierte Straße nicht besser geworden. Richtig Vertrauen erweckend war das Feedback von den Reifen daher nicht, was uns zu einer mehr moderaten Geschwindigkeit veranlasste.

Gott sei Dank waren die Schauer immer nur lokal begrenzt, und auch, wenn Sie sich über den weiteren Verlauf der Fahrt bis Lilienfeld hinzogen, gab es gute Streckenabschnitte die schon wieder leicht angetrocknet waren. Die Temperatur blieb die ganze Zeit hoch, damit war die Nässe auch angenehm zu ertragen.

buw6swWeniger angenehm: Die vielen Baustellen (am Hin- und Rückweg), die doch einige Kilometer in Schotterwege verwandelten, so waren zB. lange Abschnitte in den Wildalpen durchgehend nur als Schotterstrecke vorhanden.buw5buw4

 

 

 

 

 

In Mariazell angekommen (natürlich Regen) fuhren wir zur Tankstelle, die schon eine Schutz suchende Sammlung Motorradfahrer beherbergte, um auch wieder zu tanken.

Seltsamerweise hatte M‘s Versys (obwohl 2010er Modell) mehr verbraucht?
Bei mir waren es 12,5 Liter, M tankte 14,2 Liter bis zum Vollanschlag.  Also, ich schieb das auf mein größeres Windschild, ansonsten ist es nicht plausibel erklärbar.

In meinem Fall waren es dann umgerechnet ca. 5,3 l auf 100km,
Bei unserer Gangart durchaus in Ordnung, immerhin lagen da nicht nur 300km seit dem letzten Tanken hinter uns, sondern auch ca. 10.000 Höhenmeter.

Zusammen fuhren wir nun zwischen den Autokolonnen einen Teil der Strecke zurück, den wir auch schon bei der Anfahrt befahren hatten, bei Wienerbruck trennte sich wieder die Route und es ging weiter über Annaberg und im Regen, hinter Autokolonnen langsam wieder die hübschen Kehren hinunter.

In einer der letzten Kehren gab es ein unerfreuliches Bild: Eine Ansammlung an Rettung, Feuerwehr und Polizeifahrzeugen, die gerade einen Goldwing Fahrer, der dort gestürzt, war bargen. Auf diesem Weg: Allerbeste Genesungswünsche!

Am Ende der Kehren gelang es uns, die versammelte Kolonne vor uns zu überholen und so weiter in Richtung Lilienfeld zu wedeln.

Der schöne Sonntag zeigte sich nun im immer stärker werdenden Rückreiseverkehr, der mit der Zeit immer mühseliger wurde. Auf Grund der voran geschrittenen Zeit war es aber leider so, dass wir Hauptwegerouten benutzen mussten, um noch rechtzeitig vor der Dunkelheit zu Hause anzukommen. In Traisen trennten sich unsere Wege. M fuhr weiter Richtung  St.Pölten/Krems, ich bog Richtung Hainfeld ab.

Eine gute Gelegenheit, eine neue App auszuprobieren. Calimoto.

Diese App verspricht eine möglichst kurvenreiche Route zwischen zwei Punkte zu finden.

Ideal für die letzten Kilometer nach Hause. Und ich wurde nicht enttäuscht. Am liebsten wäre es Ihr gewesen, wenn ich gleich in Richtung KK abgebogen wäre, das wollt ich aber nicht und fuhr stur geradeaus weiter, prompt kam ein neuer Routenvorschlag der mich vor Hainfeld in den Wienerwald zurückbrachte und via Rohrbach/ Klammhöhe / Neuwald / St. Corona / Riesenbach / Klausen-Leopoldsdorf / Gruberau / Hochrotherd nach Breitenfurt zurück brachte.  Für 62 km eine ansehnliche Zahl an Kurven, und noch wichtiger: Nur wenige Autos waren auf dieser Route unterwegs.

finale

Auf unserer Route haben wir damit Wien, NÖ, OÖ und die Stmk durchfahren. Nicht schlecht für einen Tagesausflug.

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Womit wir auch gleich bei einem ungeklärten Punkt wären:
Wer ist nun die schnellere von uns beiden?
Ich habe nach wie vor keine Ahnung. Dazu müssen wir wohl einmal gemeinsam auf einer Rennstrecke fahren. Unter Straßenverhältnissen und unter Einhaltung der Vernunftgrenzen war und ist das nicht ermittelbar.
Was aber feststellbar war, ist:

  • Die Tatsache, dass wir zusammen einen wirklich guten Schnitt über lange, kurvenreiche Strecken fahren können und das, ohne die StVo laufend massiv zu verletzen.
  • Wer die bessere Motorradfahrerin ist? Eindeutig M!
    Begründung gefällig? Sie fährt nicht nur ein wirklich zügiges Tempo, sie fährt es auch mit einem gesunden(sic!) Augenmaß, das bei mir doch – hin und wieder – fehlt 😉

Jetzt müssten wir nur noch unsere anderen WIMA Versys Fahrerinnen zu einem Termin zusammenbringen, und das Ganze als flottes Quartett wiederholen.
Dann eben nicht in Black&White, aber in Farbe ist es ja auch hübsch, oder?  😉

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