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Tag 4: Von Ormea über die Ligurische Grenzstraße bis nach Sampeyre
Der nächste Tag begann extrem früh.
Schon um 6 Uhr nahmen wir ein kurzes Frühstück zu uns.
Schon zehn Minuten später waren wir auf dem Weg nach Upega und dann hinauf zur Ligurischen Grenzstraße. Der Posten war auf dieser Seite noch nicht besetzt, doch wir konnten die Straße befahren und starteten früh unser Abenteuer.


Die Route besticht durch wunderschöne Ausblicke tief in eine Landschaft, die sich in relativ großer Höhe entfaltet. Durch unseren frühen Start begegneten wir in der ersten Stunde niemandem – ein entscheidender Vorteil auf dieser 35 Kilometer langen, schmalen Strecke. Keine Autos, die uns entgegenkamen, niemand, der uns daran hinderte, die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen.
So konnten wir auch die berühmte Kehre ganz für uns allein genießen.










Relativ schnell erreichten wir das Ende der Ligurischen Grenzstraße am Col de Tende und dem Fort Central, das wir natürlich besichtigten. Von dort fuhren wir talabwärts in Richtung Cuneo und dann weiter nach links. Die folgenden Straßen waren wieder interessant: teilweise asphaltiert, aber sehr klein und kurvig, teilweise geschottert. Besonders beeindruckend waren die Pässe mit Schneeresten links und rechts der Fahrbahn.












Wir bewegten uns Stück für Stück in Richtung Sampeyre – was etwa 200 Kilometer auf dem TET bedeuten würde. Doch dann hatten wir Pech: Kurz nach dem Colle d’Esischie blockierte eine Baustelle den direkten Weg Richtung Marmora. Wir mussten einen Umweg über Valcrana nehmen, das in der Nähe von Cuneo liegt. Das war zwar ein riesiger Umweg, doch wir nutzten die Gelegenheit, um in einer Vorstadt von Cuneo Motoröl zu kaufen – unsere Vorräte waren durch den exzessiven Fahrstil bereits bedrohlich niedrig.







Von Cuneo aus fuhren wir in Richtung Dronero, dann das ganze Tal zurück bis Ponte di Marmora, wo wir wieder auf den TET stießen. Von dort ging es auf kleinen Straßen am Santuario di Santa Maria di Morisino vorbei, immer höher hinauf bis zum Col de San Pietro.









Und weiter zum Col de Sampeyre. Von oben konnten wir bereits Sampeyre unten im Tal sehen – doch was noch auffälliger war, waren die dunklen, schwarzen Wolken am Horizont.





Nach einem kurzen Stopp machten wir uns auf den Weg hinunter ins Tal. Kurz vor dem Ort checkten wir, bei einsetzenden Regen, via Booking.com die Verfügbarkeit von Zimmern. Es wurden uns nur zwei Optionen angezeigt, und wir wählten eine der günstigeren. Doch vor Ort mussten wir feststellen, dass dieses Hotel mittlerweile außer Betrieb war und keine Zimmer mehr anbot. Also fuhren wir weiter in Richtung des nächsten Hotels. Oben am Balkon stand ein netter Herr, der uns auf eine geöffnete Garage hinwies, die wir unter diesen Umständen sofort in Anspruch nahmen. Wir waren nicht die ersten und auch nicht die letzten Motorräder, die in diesen Minuten das Hotel erreichten. Dank der kurzen Strecke schafften wir es noch relativ trocken ins Haus.




Vom Balkon aus konnten wir beobachten, wie andere Motorradgruppen Stück für Stück eintrafen – die nicht so viel Glück hatten wie wir. Für uns gab es dann am Abend noch ein gutes Abendessen im Restaurant des Hotels und eine kurze Planung für die Strecke des nächsten Tages. Die Umwege hatten uns zwar Zeit und Kilometer gekostet, doch Sampeyre war am Ende ein Glücksgriff.


